Die Geschichte von Sinta und ihrer Familie

Beitrag von Céline Nadine Michel

Vor 4 Jahren lebte Abel* als Strassenkind auf den Strassen von Addis Abeba. Er glaubte an ein besseres Leben auf der Strasse und entschied sich, seine Eltern und sein Zuhause zu verlassen. Bei der Rekrutierung durch die Mitarbeitenden von Sport – The Bridge wurde Abel auf der Strasse aufgefunden. Ein Jahr lang besuchte er täglich das Projekt von Sport – The Bridge und die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter konnten schlussendlich seine Schwester Sinta* ausfindig machen. Sport – The Bridge begleitete Sinta und Abel bei ihrer Wiederannäherung. Heute leben die beiden zusammen und meistern ihre täglichen Herausforderungen gemeinsam. Abel besucht die Schule und arbeitet nebenbei als Süssigkeitenverkäufer und trägt somit zum gemeinsamen Einkommen bei. Sinta hat bei Sport – The Bridge eine Arbeitsstelle gefunden. Sie kommt täglich auf den Compound, um beim Geschirrabwaschen zu helfen und verdient somit ihren Lebensunterhalt.

Ich habe Sinta hochschwanger kennengelernt. Trotz der bereits weit fortgeschrittenen Schwangerschaft kam sie jeden Tag auf den Compound, um zu arbeiten. Ich sah sie stets mit einem Strahlen auf dem Gesicht und sie hatte keine schwangerschaftsbedingten Beschwerden. Eines Tages wurde Sinta auf dem Compound vermisst und hatte sich bei niemandem abgemeldet. Deshalb rief Mesfin (ein Sozialarbeiter von Sport – The Bridge) Sinta besorgt an und wir erhielten die freudige Nachricht, dass sie Zwillingsmädchen geboren hatte. Alle seien wohlauf und sie werde bereits am nächsten Tag aus dem Spital entlassen. Mesfin vereinbarte mit Sinta, dass wir sie noch diese Woche besuchen durfen. Drei Tage später wurden wir von Abel auf dem Compound abgeholt und zu Sintas Wohnung begleitet. In einem kleinen, finsteren Raum mit einer Bank, einem Bett, einem kleinen Herd, umgeben von allen Nachbarskindern, der Besitzerin des Hauses und einer Katze, wurden Mesfin und ich äusserst liebevoll empfangen. Sinta sah ziemlich müde und erschöpft aus, hatte jedoch ein grosses Strahlen auf dem Gesicht sagte, dass sie überglücklich sei. Die beiden kleinen Mädchen, in ein dünnes Tuch eingewickelt, schliefen zufrieden neben ihrer Mutter. Wir überreichten unser Mitbringsel und teilten Sinta mit, dass Sport – The Bridge die Wohnungsmiete für die nächsten drei Monate übernimmt. Voller Dankbarkeit wurden Mesfin und ich mit Umarmungen überschüttet. Sinta bat uns, für die beiden Mädchen Namen zu wählen – aus Wertschätzung für unsere Geschenke. Wir wählten zwei schöne Namen aus. Die Erstgeborene machte einen guten, vifen Eindruck und war auch sehr aufmerksam. Die Zweitgeborene war ein zartes und feines Persönchen, ihre Gelbsucht war deutlich erkennbar und sie machte einen schläfrigen Eindruck. Sinta erzählte mir, dass die kleinen zur Zeit noch sehr müde seien und sich selten meldeten, um an der Brust zu trinken. Desweiteren habe sie noch kaum eine Veränderung in ihrer Brust (Brustdrüsenschwellung/Milcheinschuss) verspürt, deshalb sei das Saugen an der Brust für die beiden noch sehr anstrengend. Sinta erzählte weiter, dass sie vor der Geburt keine Schwangerschaftsuntersuchungen hatte und es für sie eine riesengrosse Überraschung gewesen sei, dass sie Zwillinge geboren hat. Desweiteren wusste Sinta nicht, in welcher Schwangerschaftswoche die Kinder zur Welt gekommen sind.

Die Situation ging mir sehr nahe. Mir schwirrten alle Risiken, die bei einer Frühgeburt bestehen, im Kopf herum. Vor allem machte ich mir Sorgen um die Erstgeborene mit Gelbsucht. Zu meiner Beruhigung hat die Familie ein sehr gutes soziales Netz, sie werden fürsorglich von der Besitzerin des Hauses und von ihren Verwandten umsorgt. Leider ist der Vater der Kinder seit der Schwangerschaft verschwunden. Sinta ist äusserst dankbar für die Unterstützung der Sport – The Bridge-Mitarbeitenden und sie weiss, dass sie von ihnen jederzeit Hilfe anfordern kann.

Nach einer Weile verliessen wir die Familie, einerseits mit einem Glücksgefühl, andererseits voller Besorgnis um die Mädchen. Ich habe mit Mesfin vereinbart, dass wir in engem Kontakt bleiben und ich sie ein weiteres Mal besuchen werde. Mesfin rief bald darauf bei Sinta an und erfuhr, dass Sinta genügend Milch hat, die beiden Mädchen sich regelmässig zum Trinken melden und auch die Kleinere mehr Energie hat. Ich war äusserst erleichtert über die erfreuliche Nachricht.

Eine Woche später folgte bereits ein weiterer Besuch von Mesfin und mir und mein Eindruck von der Familie hat sich sehr verändert. Ich habe einige Untersuchungen sowohl bei der Mutter als auch bei den Mädchen vorgenommen. Ich konnte ein schönes und gesundes Mutter-Kind-Beziehungsbild erkennen. Ein strahlendes Mami, zwei frühgeborene Mädchen, welche bereits an Gewicht zugenommen haben, sich zum Trinken melden und mit viel Liebe und Hingabe von der gesamten Familie umsorgt werden, stimmen mich positiv.

Meine Denkweise hat sich seit der Geschichte von Sinta und ihrer Familie verändert. Das Urvertrauen in die Natur und in den Mutterinstinkt helfen dabei, dass die frühgeborenen Zwillinge gesund heranwachsen, auch ohne das sofortige Eingreifen in die Mutter-Kind-Beziehung von aussen.

Desweiteren möchte ich mit dieser Geschichte aufzeigen, dass die Unterstützung durch Sport – The Bridge neben den Strassenkindern auch deren Familien zugute kommt. Eine erfolgreiche Reintegration von Abel bei seiner Schwester kam dank Sport – The Bridge zustande. Die Arbeit von Sport – The Bridge ist weitgefächert und es benötigt sehr viel Engagement, Flexibilität und psychische Belastbarkeit der Mitarbeitenden, um viele unterschiedliche Geschichten verarbeiten zu können. Grossartige Arbeit wird hier vor Ort in Addis Abeba geleistet und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, einen Einblick in dieses Projekt zu erhalten und meine helfende Hand anbieten darf.

*Aus Datenschutzgründen wurden die Name geändert.

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Informationsveranstaltung von Sport – The Bridge

Lyliana und Fikirte, die Programmmanagerinnen des Projekts «Äthiopien – Sport baut Brücken» haben am 28.4.2015 als Teil ihres 10-tägigen Aufenthalts in der Schweiz an einem Infoanlass im Goju Kan in Bern über ihre Arbeit vor Ort in Addis Abeba berichtet. Viele Interessierte haben den Weg ins Goju Kan gefunden und aufmerksam ihren Ausführungen gelauscht.

In Äthiopien gibt es zwischen 100’000 und 200’000 Strassenkinder, zirka 50’000 bis 60’000 davon leben in Addis Abeba. Etwa 70% dieser Kinder stammen von ausserhalb von Addis Abeba. Sie tauschen ihr Zuhause meistens aus Armutsgründen, wegen Drogenmissbrauch oder sexuellem Missbrauch gegen das Leben auf der Strasse aus. In Addis Abeba kümmern sich 4 NGOs um die Probleme der Strassenkinder. Nur Sport – The Bridge arbeitet mit einem sportpädagogischen Ansatz, anhand dessen sie den Kindern soziale Fertigkeiten beibringen, die sie brauchen, um sich in die Schule und die Familie zu reintegrieren. Dies ist auch einer der Punkte, weshalb Erik Golowin, der Gastgeber an diesem Abend und ein Unterstützer der ersten Stunde, von der Arbeit vor Ort begeistert ist.

Erik Golowin erzählt, warum er STB unterstützt

Die Sportpädagogik begleitet ihn schon das ganze Leben und stellt ebenfalls einen wichtigen Berührungspunkt mit dem Projekt dar. Erik war schon oft in Addis Abeba und ist immer wieder überwältigt von dem Blumenstrauss an Emotionen, den er dort durchlebt. Er betont, dass er von einem Äthiopienbesuch jeweils voller Energie in die Schweiz zurückkehrt. «Ich erhalte dort von den Menschen etwas, das nicht greifbar ist», meint er und berichtet von dem schwierigen Umgang mit der Armut und den schönen Begegungen mit den Menschen und den kulturellen Eigenheiten.

Die Besucherinnen und Besucher nutzen an diesem Abend die Gelegenheit, Fragen an Lyliana und Fikirte zu richten. Diese geben professionell Auskunft über die Rekrutierung der Kinder, die psychologische Betreuung, über den Umgang und die Aufarbeitung von Missbrauch an den Kindern und die Wiedereingliederung in die Familien.

Zudem schildern Lyliana und Fikirte an dem Beispiel von Bruke, wie mit den Kindern gearbeitet wird. Bruke kommt aus Südäthiopien und lebte auf den Strassen von Addis Abeba.

Wenn Bruke am Morgen auf den Compound von Sport – The Bridge kommt, wäscht er sein Gesicht und seine Hände, bevor es Frühstück gibt. Bruke muss sich zuerst wieder daran gewöhnen, Frühstück zu essen, weil er das gar nicht mehr kennt. Davor spielt er Ping-Pong und Volleyball. Nach dem Frühstück wechselt Bruke seine Strassenkleider gegen Sportkleider und macht sich mit den anderen Kindern und den Sportlehrern auf zum 5 Minuten entfernten Sportplatz. Nach einiger Zeit im Projekt entdeckt das medizinische Team, dass Bruke an Tuberkulose leidet und dringend medizinische Betreuung braucht. Das Team schlägt ihm deshalb vor, die notwendige 8-monatige Behandlung unter der Aufsicht von Sport – The Bridge zu machen und während dieser Zeit das Projekt zu besuchen. Bruke entscheidet sich aber dafür, nach Hause zu seiner Grossmutter zu gehen. Also kontaktieren die Mitarbeitenden seine Grossmutter, das Spital vor Ort und organisieren Brukes Behandlung sowie die Sicherstellung seiner Ernährung und entlassen Bruke in die Obhut seiner Familie.

Hinten: Foto von Bruke mit seiner Grossmutter

Hinten: Foto von Bruke mit seiner Grossmutter

Nach etwa zwei Monaten ist ein Sozialarbeiter von Sport – The Bridge vor Ort, um einen anderen Jungen in seine Familie zu integrieren. Bei diesem Anlass nimmt er die Gelegenheit war, um nach Bruke zu sehen. Er findet heraus, dass Bruke regelmässig Tej trinkt, ein äthiopisches alkoholhaltiges Getränk. Bruke kann aber überzeugt werden, dass das für seine Genesung nicht gut ist. Die Mitarbeitenden von Sport – The Bridge bleiben auch nach diesem Besuch in Kontakt mit Bruke und rufen seine Grossmutter an, um zu erfahren, wie es ihm geht. Bis jetzt scheint sich Bruke gut zu erholen und freut sich über den Erdnussbutter, den er durch Sport – The Bridge kennen- und lieben gelernt hat.

Wir freuen uns sehr, dass Lyliana und Fikirte eine gute und arbeitsintensive Zeit in der Schweiz verbracht haben und nun gut wieder zu Hause angekommen sind.

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Einblicke ins Programm „Äthiopien – Sport baut Brücken“

STB_Einladung_Infoanlass_2015

Im April besuchen Lilyana und Fikirte, die Leiterinnen des Strassenkinder-Programms von Sport – The Bridge Äthiopien, die Schweiz. Im Rahmen einer Informations-Veranstaltung werden die Beiden über den Alltag von Sport – The Bridge und die aktuellen Herausforderungen bei der Arbeit mit Strassenkindern erzählen. Danach werden verschiedene Erfahrungsberichte geteilt, um schliesslich die Diskussion für das Publikum zu öffnen. Der Anlass findet in Englisch und Deutsch statt (Übersetzung wird sichergestellt) und wird in den Räumen der Kampfkunstschule Goju Kan Bern durchgeführt, mit der Sport – The Bridge eine langjährige Partnerschaft verbindet.

Im Anschluss gibt es ein Apero und die Möglichkeit zum Austausch mit Lilyana und Fikirte sowie aktiven Mitgliedern von Sport – The Bridge Schweiz.

  • Datum: Dienstag, 28. April 2015
  • Zeit: Einlass 18.30 Uhr, Start 19.00 Uhr (Dauer ca. 30 Min.)
  • Ort: Kampfkunstschule Goju Kan Bern (Gutenbergstrasse 14, 3007 Bern, Eingang hinter dem Haus)

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Damit wir abschätzen können, wie viele Leute kommen, sind wir froh um Anmeldung unter info@sportthebridge.ch (bis am 27. April). Danke!

 

Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungsort

Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungsort
A = Hauptausgang Bhf.
B = Ausgang Welle Bhf.
C = Goju Kan Bern

Neighbourtalk – Neues STB-Projekt

Bericht vom Projektteam von Neighbourtalk

 

Am 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, startete Sport – The Bridge mit einem neuen Programm für Erwachsene: Neighbourtalk! (Mehr Infos zum Projekt unter: http://www.sportthebridge.ch/schweiz/neighbourtalk/).

In der offenen Atmospähre der Stadtgalerie Bern wurden über fünfzig Gespräche geführt, in denen gegenseitig Fragen gestellt und Themen diskutiert wurden. Für die anwesenden Gäste standen “Nachbarn” mit folgenden Hintergründen für einen Austausch bereit: ein Jenischer, eine Veganerin, ein Gamer, ein schwuler Vater, eine Muslima, ein Flüchtling, ein HIV-Positiver, ein Syrer und ein Banker.
Ziel der Gespräche war es, die Lebenswelt von Menschen, über die Vorurteile gängig sind, zu denen aber im alltäglichen Leben kaum Kontakte bestehen, kennen zu lernen. Wir sind überzeugt, dass persönliche Eindrücke helfen, bewusster mit eigenen Vorurteilen umzugehen und diese zu hinterfragen.

Aufgrund der grossen Nachfrage wird der nächste Neighbourtalk schon bald folgen!

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Volunteers für Cooltour gesucht

Möchtest du als Volunteer beim coolsten Camp in der Schweiz mitwirken? Dazu hast du nun die Möglichkeit.

Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen und somit Hemmungen und Vorurteile abzubauen, ist das Ziel von Cooltour. Dieses Camp wurde 2009 initiiert und wird von der Nationalen Förderorganisation Blindspot, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband und PluSport Behindertensport Schweiz durchgeführt.

Das Camp findet vom 23. bis am 31. Juli in Bern statt. Die Teilnehmenden wählen ihr Programm aus einem breiten Angebot modulartig aus. Übernachten werden wir alle auf dem Zeltplatz Eichholz in Bern. Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie für die Mithilfe in der Infrastruktur suchen wir Freiwillige.

Mehr Informationen dazu findest du in diesem Flyer. Falls du interessiert bist, kannst du dich hier anmelden.

 

 

Neighbourtalk – Was ist dein Vorurteil?

Beitrag von Fabienne Glatthard:

 

Sport – The Bridge lanciert am 21. März 2015, dem internationalen Tag gegen Rassismus, eine neue Begegnungsplattform für Erwachsene.

Möchtest du Einblick ins Leben von einem Flüchtling, einem Bänker oder Menschen aus anderen Lebenswelten erhalten?

Triff dich am erstem “Neighbourtalk”, am 21. März in der Stadtgalerie im Progr, zu persönlichen Gesprächen mit solchen “Nachbarn”. Dort werden Menschen offen über ihre Eigenheiten, Weltansichten und ihre Situation in der Gesellschaft erzählen. Du hast die Möglichkeit in einem 30 minütigen Gespräch Fragen zu stellen, Ansichten zu diskutieren und dich mit Vorurteilen auseinanderzusetzen. Nach den Gesprächen kannst du dich mit anderen Teilnehmenden austauschen, Informationen beziehen und bei Kaffee und Kuchen die Eindrücke auf dich wirken lassen. Die Neighbourtalks finden in zwei Blöcken von 09:00-11:30 und von 16:15 – 18:30 statt.

Haben wir dein Interesse geweckt? Wir freuen uns auf deinen Besuch!

 

Besuch uns auch auf Facebook unter: Neighbourtalk NBT

 

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10 Jahre Sport – The Bridge Äthiopien… 10 Years Sport – The Bridge Ethiopia

English version below


Sport – The Bridge Äthiopien feierte sein 10 jähriges Bestehen

Ende Januar fanden in Addis Abeba die letzten zwei Veranstaltungen statt, um das 10 jährige Bestehen des Programms „Äthiopien – Sport baut Brücken“ zu feiern: am 29. Januar organisierte das äthiopische Team eine Panel-Diskussion über das Potential von Sport und Entwicklung und am 31. Januar fand die offizielle Abschlussfeier zum Jubiläum statt. Fazit der letzen 10 Jahre: Die Erfahrungen zeigen auf, dass Sport einen unschätzbaren Wert aufweist, um pädagogisch mit Strassenkindern zu arbeiten und als methodisches Instrument bei der Reintegration in die Familie und Schule unterstützend eingesetzt zu werden.

Panel

P1200945Der Einladung von Sport – The Bridge (STB) Äthiopien folgte eine Vielzahl von Leuten aus diversen Bereichen, um über die pädagogischen Wirkungsfelder des Sports zu diskutieren. Darunter waren Studierende der Universität von Addis Abeba sowie Vertreterinnen und Vertreter aus lokalen NGOs und Sportverbänden. Lilyana Ahmed, Gesamtleiterin des Programms, die seit 10 Jahren bei STB mitarbeitet und heute immer noch den Bereich der Familienintegration führt, eröffnete die Veranstaltung. Im Anschluss übernahm Lastawusih Tekele, Psychologe des Programms, die Moderation und führte durch den Morgen. Folgende drei Vorträge bildeten die Basis für die weiterführende Diskussion: Ein lokaler Mitarbeiter von Right to Play erzählte über die Arbeit ihrer Organisation und die zahlreichen Projekte in ganz Äthiopien und seinem Engagement, die Öffentlichkeit über das Potential des Sports aufzuklären. Stephan Zihler, Mitbegründer von STB und Verfasser des KRAFT-Modells, erzählte über den Aufbau des Vereins und die Idee hinter der sportpädagogischen Arbeit von STB. Abschliessend berichtete Yonas Mindaye über die aktuelle Umsetzung des KRAFT-Modells im Rahmen der Resozialisierungsarbeit von STB Äthiopien: Einerseits nutzen die Sportlehrer das KRAFT-Modell in Anlehnung an die vorgegebene Struktur, die aus den Themen Körper, Regeln, Akzeptanz, Fairness und Team besteht. Andererseits setzen sie das Instrument der Transfer-Gespräche im Rahmen der einzelnen Lektionen ein, um spezifische Themen zu bearbeiten. So können sie flexibel auf Probleme eingehen, denen die Kinder anhand der sich ständig verändernden Umstände auf den Strassen von Addis ausgesetzt sind.

Rund 40 Menschen nahmen an der Panel-Diskussion teil, darunter Sozialarbeiter, Sportlehrer, Soziologiestudenten so wie Vertreterinnen und Vertreter aus anderen NGOs und Regierungsbüros. Nach den erwähnten Vorträgen konnten die Teilnehmenden Fragen stellen. Während rund einer Stunde wurde über den Mehrwehrt des Sports und in welchen Bereichen das KRAFT-Modell sonst noch eingesetzt werden könnte diskutiert (Schulen, Partnerorganisationen, Gefängnisse, usw.). Zum Schluss der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden eingeladen, an einer Übung aus dem Kraft-Modell mitzumachen, um die Idee des Botschaft-Transfers partizipativ zu erleben. Diese Möglichkeit einer eigenen Erfahrung war ein gelungener Abschluss des einmaligen Events. STB war es gelungen, den Gästen die einzigartige Arbeit des Teams vor Ort zu vermitteln und sich vermehrt mit lokalen Partnern zu vernetzen.

Abschlusszeremonie

Als Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten organisierte das äthiopische Team von STB eine feierliche Veranstaltung. In verschiedenen Vorträgen wurden die Hintergründe aufgezeigt, mit Sport-Shows (Qigong, Karate, KRAFT-Lektion) die pädagogische Arbeit vorgestellt und mit Auszeichnungen den Mitarbeitenden und Partnern Wertschätzung für ihren Einsatz ausgesprochen. Ehemalige Programm-Teilnehmende führten ein Theaterstück auf, das die Integrationsarbeit von STB aufzeigte. Zudem wurde eine Foto- und Kunstaustellung installiert, die bei allen Anwesenden für Begeisterung sorgte. Es war eine inspirierende und gelungene Abschlussveranstaltung eines Programms, das von professionellen und mit Herzblut engagierten Mitarbeitenden getragen wird. Demnächst wird ein Kurzfilm veröffentlicht, in dem verschiedene Eindrücke des Jubiläumsfestes zu sehen sein werden.

Connect-Projekt von Pernova

SONY DSCSechs Vertreterinnen und Vertreter aus drei verschiedenen NGOs aus Bangladesch, deren Arbeit sich auch der Reintegration von Strassenkindern widmet, nahmen ebenfalls an den oben erwähnten Veranstaltungen teil. Die Idee des Projektes “Connect – from Addis Ababa 2 Dhaka” wurde vom Verein Pernova entwickelt und beabsichtigt einen Knowhow-Transfer zwischen lokalen NGOs aus verschiedenen armutsbetroffenen Ländern. Der Austausch zwischen den NGO-Mitarbeitenden aus Bangladesch und dem Team von STB stellte sich als gelungene Begegnung heraus und wirkte produktiv und inspirierend. Alle Beteiligten sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Mehr Informationen zum Projekt unter folgenden Links: http://www.pernova.ch/en/projects/connect/ oder auf Facebook: https://www.facebook.com/PernovaVerein


English Version:

Sport – The Bridge Ethiopia celebrated its 10-year anniversary

By the end of January the last two activities to celebrate the 10-years-jubilee of the programme “Ethiopia – Sport builds Bridges” took place: on January 29 the local staff of Sport – The Bridge organised a panel discussion on sport as a means of social development and on January 31 the closing ceremony to celebrate the jubilee of the programme was carried out.

The last 10 years of experience have shown that sport has a strong and unique value for the pedagogic work with street children and as a methodological tool for the reintegration into their family and school.

Panel Discussion on Sport and Development

Idea of the KRAFT-model, the sport-pedagogical tool of STBA variety of people who work in the fields of sport and/or pedagogy, as well as NGOs and governmental bodies were invited to attend the panel discussion about the positive effects of sport in context of social development. Lilyana Ahmed, programme and family integration department manager since ten years, opened the event and Lastawusih Takele, the programme’s psychologist, lead through the morning. The panel was structured by three speeches: First the Ethiopian country representative of Right to Play talked about the activities of his organisation in different parts of Ethiopia and how they use sport to deliver various messages to different beneficiaries and the public. After this Stephan Zihler, co-founder of STB and creator the sport-pedagogical KRAFT-model talked about how he built up the programme 10 years ago and how he developed the idea for the unique and effective sport-pedagogical work of STB. As third panellist Yonas Mindaye, the sport department manager of STB, talked about the use of the KRAFT-model today, how it is structured and how the sport-teacher of STB adapt it flexible to the needs of the affected children. The sport teachers follow model’s subjects like body, rule, acceptance, fairness and team, but they adapt the message transfer according to the changing circumstances.

Around 40 people attended the event, including social workers, sport teachers and sociology students, representatives from other NGOs and government officials. After the speeches the attendees discussed with the panellists the use of sport and other possible areas where the KRAFT-model can be implemented as a tool to support the personal development of children (public schools, other NGOs with different target groups, prisons, etc.). At the end of the event a KRAFT-exercise was presented in a participatory way to demonstrate the effect at first hand. In this exercise the participants could experience the important role of the message transfer in using sport as social tool and how this makes the work of STB exceptional and effective.

Closing Ceremony

For the closing ceremony the staff members created a special schedule with various sport demonstrations, speeches and an appreciation ceremony for the partners and the local staff members. A drama was played by former STB participants representing the integration work of STB. In addition, an exhibition with photos of the past ten years and artwork from project participants were arranged. It was a touching and inspiring event, realised by the dedicated and professional staff members of STB Ethiopia. For insights into the different activities, enjoy the photo gallery below. We will release a short trailer on the final celebration of the 10-year anniversary of the programme soon.

Connecting Project initiated by Pernova

A delegation of representatives from three different NGOs from Bangladesh made a visit to Ethiopia and attended the above mentioned events. They are part of the project “Connect – from Addis Ababa 2 Dhaka” initiated by the association Pernova. It aims to build up a south-to-south know-how transfer between different NGOs working with street children. It was an interesting and productive first encounter between STB and the six Bangladeshi who came to become inspired by the work of STB. For more information visit: http://www.pernova.ch/en/projects/connect/ or the Facebook-page of Pernova: https://www.facebook.com/PernovaVerein


Photo Gallery Panel Discussion


Photo Gallery 10-year anniversary

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