Neue Bekleidung für die Mitarbeiter von Sport – The Bridge

Dank der Zusammenarbeit mit dem Jungfrau Marathon (http://www.jungfrau-marathon.ch) arbeiten unsere 34 äthiopischen Mitarbeiter in unserem Projekt in Addis Abeba seit disem November mit neuen T-Shirts und Regenjacken.

STB Staff mit neuer Bekleidung (2)

STB Staff mit neuer Bekleidung

Im Namen des gesamten Teams in Äthiopien bedanken wir uns herzlich bei den Organisatoren des Jungfrau Marathons!

Ethnopoly 2009: Frau Cheng lädt ein

“Es war ein kalter Morgen. Dennoch hatten sich letzten Freitag 300 bis 400 Siebt- bis Neuntklässler auf dem Bundesplatz eingefunden, um Ethnopoly zu spielen. Das Spiel zur Rassismusbekämpfung rief zum dritten Mal zur Postenjagd durch ganz Bern.

Per Lautsprecher meldet sich ein aufgestellter Mann zu Wort: “Guten Morgen, liebe Kinder! Ich bewundere euch dafür, dass ihr so früh aufgestanden seid und jetzt tapfer in der Kälte auf den Start des Spiels wartet. Zur Unterhaltung und bis es dann losgeht, gibt es noch ein wenig Musik”, Manu Chao hat er zur Unterhaltung der Teenager gewählt.

“In der Zeitung stehen wäre schon geil”

Es folgen weitere Informationen, doch die Schülerinnen und Schüler scheinen schon bestens Bescheid zu wissen über die Regeln und den Ablauf des Spiels. Die Jugendlichen werden in Vierergruppen eingeteilt. Es geht nun darum, möglichst viele Ethnos, so heisst die Währung des heutigen Tages, zu sammeln. Diese Ethnos kann man sich holen, indem man Posten besucht, die überall in der Stadt Bern verteilt sind. Die insgesamt 60 Posten werden von Migrantinnen und Migranten besetzt, die dann den Schülern über ihre Erfahrungen in der Schweiz und ihrem Heimatland berichten. Das Ziel des Spiels ist, dass die Jugendlichen positive Erfahrungen mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft sammeln und so ihre Vorurteile und Ängste gegenüber Fremden Menschen beseitigen können.

Es ist 9 Uhr und die erste Staffel kann starten. Ich gehe auf eine Gruppe zu und frage, ob ich mich anschliessen könne. Nachdem mich alle skeptisch gemustert haben,  stimmen sie zu. “In einer Zeitung zu kommen wäre schon geil!” Aber ob ich denn für den “Blick” schreibe? Falls ja, dürfe ich nämlich nicht mitgehen. Zum Glück ist dies nicht der Fall. Der erste Posten befindet sich in der Tiefenau bei Frau Cheng aus Kambodscha. Herzlich empfängt sie uns in ihrem Zuhause. Sie hat sich gut auf die Schülerschar vorbereitet und erzählt stolz aus ihrem Land. Ihre Eltern mussten wegen des Kommunismus aus Kambodscha fliehen. Und sie, Frau Cheng, ist dann hier in der Schweiz geboren. Die Jugendlichen sind begeistert von der Wohnung und von Frau Cheng. So möchten sie später auch mal  leben, sagen sie, nachdem sie sich verabschiedet haben.

Von Sri Lanka nach Paris

Ein weiterer Posten ist die Wohnung einer Tamilin. Sie möchte namentlich nicht erwähnt werden. Zusammen mit ihrer Tochter setzt sie sich der Gruppe gegenüber und wartet auf Fragen. Doch da sind die Jugendlichen überfordert. Nein, sie hätten keine Fragen vorbereitet. Ob ihnen denn nicht spontan eine Frage in den Sinn käme, zu ihrem Land oder ihren Traditionen, will die Frau wissen. Jemand fragt nach der Religion und möchte wissen, wie die Tamilen Geburtstag feiern. Das Gespräch ist bald beendet und die Schülerinnen und Schüler rufen in der Telefonzentrale an, um sich ihre Ethnos  zu sichern.

Gleich ein paar Häuserblocks weiter wohnt eine Pariserin. Auch sie wartet auf  Fragen. Die Jugendlichen sind aber schüchtern und wissen nicht recht, was sie gerne über Frankreich wissen möchten. Und dann ist der Morgen auch schon vorbei. Sie müssen zurück zum Bundesplatz, wo es Mittagessen gibt. Ich verabschiede mich von der Gruppe und wünsche ihnen für den weiteren Verlauf des Spiels viel Erfolg. Sie sind stolz, schon drei Posten gemacht zu haben, andere Gruppen waren weniger fleissig. Um 16 Uhr erfolgt dann noch die Rangverkündigung und ein Auftritt der Tanzgruppe “Rythm Nation”.

Alle gewinnen

Es war ein erfolgreicher Tag. Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, die am meisten Ethnos gesammelt haben und nun ein Kleinprojekt für die Schule, die sie besuchen, finanzieren können, auch die Organisatoren von “Sport The Bridge” haben viel geleistet. Die Migrantinnen und Migranten, die mitgemacht haben, sind bewundernswert für ihre offenherzige Art. Es braucht sicherlich Mut, sich einer Gruppe Jugendlicher zu stellen und ihnen die Türe zu seinem Leben zu öffnen.

Ethnopoly ist ein schönes Spiel, gerade weil es so realistisch ist und den Jugendlichen gute Erfahrungen für das Leben mitgibt, durch Begegnungen mit Menschen kann man viel lernen. Es lässt sich auf diesem praktischen Weg viel besser einfühlen in die zum Teil schwierigen Situationen der in der Schweiz lebendenMigranten und Migrantinnen. Aus dem Spiel können alle einen persönlichen Gewinn ziehen.”

Quelle: tink.ch, http://www.tink.ch/schweiz/new/article/2009/10/19/frau-cheng-laedt-ein (5.11.2009).

Arbeitszeit – Freizeit – Sozialzeit

Hier ein Artikel zu Freiwilligenarbeit und Sozialzeit. Erschienen in der Zeitung “Der Bund” am 13.10.2009.

Nicht selten fällt es uns schwer, gebräuchliche Begriffe klar mit Worten zu umschreiben. Der Begriff der Arbeitszeit stellt ein solches Beispiel dar. Umgangssprachlich verstehen wir darunter die Zeit, die man im ausgeübten Beruf als Angestellte oder selbstständig Erwerbende verbringt.

Das Gegenüber ist die Freizeit, in welcher man von der Arbeit im Beruf freigestellt ist und sich seinen eigentlichen oder weiteren Interessen widmen kann.

Diese Beschreibung enthält jedoch bereits einige Schwierigkeiten. Wozu gehört die Hausarbeit? Wo ist die Abgrenzung für Personen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben? Wozu gehört die Organisation des jährlichen Unterhaltungsabends des Dorfvereins? Auf allgemeiner Ebene eine klare Abgrenzung zwischen Arbeits- und Freizeit zu finden, scheint nicht einfach.

Arbeitszeit, Freizeit, Sozialzeit – in jüngerer Zeit wurde ein weiterer Begriff hinzugefügt, die Sozialzeit. Darunter wird der meist unentgeltliche, freiwillige Einsatz für das Gemeinwohl im Rahmen von Vereinen und Interessengruppen verstanden, die sogenannte Freiwilligenarbeit.

Hierzu gehören zum Beispiel Engagements für ältere und behinderte Menschen, für den Schutz der Natur, für die Förderung und Erhaltung von Kulturgütern sowie auch die Erledigung organisatorischer Aufgaben im Rahmen von Sportvereinen und anderen Gemeinschaften. Die Koordinationsstelle Benevol bündelt gewisse solcher Möglichkeiten und vermittelt zwischen den interessierten Personen und den Gruppen, die Mitglieder suchen.

Welches ist aber das bestimmende Element der Sozialzeit? Weder der innere Antrieb, das Freiwillige, noch die Tätigkeit zugunsten des Gemeinwohls machen das Einzigartige an der Sozialzeit aus, da sie beide auch in der Berufswelt, also in der Arbeitszeit, vorkommen. Es scheint mir, als ob die Idee der sozialen Verantwortung das charakteristische Merkmal der Tätigkeiten in der Sozialzeit ist.

Es geht darum, neben der Verantwortung für sich und seine Nächsten, sich auch der Verantwortung für Themen der Gemeinschaft oder der Gesellschaft zu stellen. Dies beinhaltet, sich aktiv an der Gestaltung der eigenen Lebensumwelt zu beteiligen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Diese Themen können lokal, regional oder global sein, vom Einsatz für den Erhalt des örtlichen Biotops über die Organisation des Flohmarktes zum Kulturklub zur Förderung von Schulen in Guatemala.

In der Schweiz sind wir uns gewohnt, dass sich der Staat (weiträumig) sozialen Anliegen annimmt. Wenn wir den Staat als Ausdruck unseres gemeinsamen Willens ansehen, so bedeutet dies, dass wir einen Teil unserer sozialen Verantwortung staatlichen Institutionen zur Erledigung übergeben haben. Aus Gründen der Organisation und Koordination macht dies bis zu einem gewissen Ausmass Sinn. Nichtsdestotrotz bedeutet dies nicht, dass wir uns somit der sozialen Verantwortung entledigt fühlen dürfen.

Der Begriff des Patrons beschreibt den Unternehmer, der sich der sozialen Verantwortung seinen Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber stellt. Es wäre jedoch kläglich, soziale Verantwortung nur auf jene abzuschieben, welche die entsprechenden Mittel bereits zur Verfügung haben, also auf den Staat und auf vermögende Personen.

Jede und jeder kann sich im Rahmen seiner Möglichkeiten und entsprechend seinem inneren Antrieb engagieren. Die wichtigsten Ressourcen stellen die Motivation und die dafür verwendete (freie) Zeit dar.

Die Einführung des Begriffs der Sozialzeit in der Aufteilung Arbeitszeit-Freizeit erleichtert die Eingrenzung dieser Begriffe nicht. Dies ist jedoch ein sprachliches Problem. Auf der Ebene der Ideen erinnert uns der Begriff Sozialzeit jedoch daran, dass wir trotz eines funktionierenden staatlichen Gemeinwesens nicht von unserer sozialen Verantwortung befreit sind, sondern uns ihrer bewusst sein sollten.

Thierry Graf

Neue Zusammenarbeit in Äthiopien

Kinder in Äthiopien, welche eine Straftat begehen, kommen ins sogenannte Correction Camp. Dieses Camp ist eine Art Kindergefängnis, nur schon kleine Taten wie ein politisches Plakat von der Wand zu reisen wird, wenn man erwischt wird, unter Umständen mit dem Correction Camp bestraft.

Sport – The Bridge führt nun für eine erste Pilotphase zweimal die Woche mit diesen Kindern Sport durch. Gleich wie im Alltag von Sport –The Bridge wird nicht nur gespielt, sondern Inhalt des Sportangebots ist immer auch eine KRAFT Lektion. Nach nur schon einer Woche hat das Angebot grossen Anklang gefunden. Für die Kinder ist es ein Highlight in ihren trostlosen Tagen. Auch unsere Mitarbeiter sind begeistert, für diese Kinder sei dieses Angebot sehr wichtig. Einerseits haben sie Freude am Spiel, anderseits können ihnen so soziale Werte weitergegeben werden.

Swiss African Football Cup 2009

Congratulations and thanks to you all

Hello Football Enthusiasts,
The Swiss African forum (SAF) and Sport – The Bridge (STB) send our most sincere appreciation to the following for their various roles that led to the successful hosting of the Swiss african Football Cup last weekend on the Allmend in Bern:
– The Integration Office kanton Berne
– The Young Boys Football Club for their great support including sponsoring some of the prizes
– The  Embassy of Ghana, Nigeria, Cameroun and S. Africa for their moral support
– All the Participating Teams for the spirit of Sportsmanship displayed (Infact, all of you deserved the Fairplay Trophy)
– Swiss Blacks for the presentation and discussion on racism during the interval
– Swiss olympics for the logistics support
– The SAF, STB members and the volunteers who were on hand from 06:00 to 23:00 as helpers
– DER BUND Newspaper for their coverage of the event (Der Bund of Monday July 27, 2009 page 17)
On a final note we thank all the teams for putting up their best and say a big CONGRATULATIONS to UNION AFRICA, LUZERN for winning the trophy. We look forward to next year with greater expectations. The Photos and Videos on this event would soon be out. Check our Websites in the next days (www.saf03.ch and www.sportthebridge.ch) for more on this and others.
Thank you all!
Issa Abdullahi (SAF) & Patrick Scheuchzer (STB)

Gigathlon Ethiopia 2009, Addis Abeba

Bericht von Marion Bugmann, Praktikantin von Sport – The Bridge und Organisatorin des Gigathlon Ethiopia:

 

“Schulbusse fahren auf der Jan Meda, dem grossen Sportplatz in Addis Abeba, ein. Während laute äthiopische Musik über das Feld schallt, steigen immer mehr Kinder in farbigen T-Shirts aus den Bussen und beginnen sofort sich im Rhythmus zu bewegen.

Sport – The Bridge organisierte im Juni 2009 zum vierten Mal den Gigathlon Ethiopia, dessen Ursprung in der Schweiz liegt. Seit mehreren Jahren führt Swiss Olympic den grossen Anlass für Ausdauersportler durch.

Am Gigathlon Ethiopia nehmen allerdings keine Athleten teil, sondern 1000 Kinder aus verschiedenen Gesellschaftsschichten Äthiopiens. Strassenkinder und Schulkinder bilden zusammen ein Team und treiben gemeinsam Sport. In Äthiopien gibt es weder Inlineskates, noch Seen worin man schwimmen kann. Viele Kinder besitzen nicht einmal Schuhe. So wurden die gewohnten Disziplinen aus der Schweiz an die äthiopischen Verhältnisse angepasst. Anstelle der fünf helvetischen Disziplinen, wurden vier äthiopische Spielformen ausgewählt – Rennen, BiraBiro (Windräder), Ball Dribbling, sowie Macina; ein Plastikschlauchrad, welches mit einem langen Draht über den Boden geführt wird. Jedes Kind absolvierte zwei verschiedene Disziplinen über eine Distanz von je einem Kilometer.

 

Die Musiker und Tänzer des Circus Ethiopia verbreiten eine fröhliche und ausgelassene Stimmung auf Jan Meda. Plötzlich kommt Unruhe auf in der Kindermenge, das Gejohle wird immer lauter. Haile Gebrselassie, der äthiopische Weltklasseläufer, kämpft sich durch die Scharen Richtung Bühne. Sofort taucht er ein in die ausgelassene Heiterkeit des Anlasses und tanzt mit den Kindern mit.

Bevor die jungen Sportler am offiziellen Aufwärmprogramm teilnehmen, ergreift Haile das Mikrophon und richtet seine Worte direkt an die Kinder. Er motiviert die Kinder in die Schule zu gehen und betont die Relevanz einer soliden Schulbildung für ihre Zukunft. Er versucht ihnen klar zu machen, dass jede einzelne Person für sein eigenes Leben verantwortlich ist, auch wenn oft sehr schwierige Verhältnisse herrschen und die Leben von einer harten Vergangenheit geprägt sind. Weiter erklärt Haile wie wichtig es ist, dass man die sich eröffnenden Chancen packt und auch bereit ist dafür zu investieren.

 

Nachdem ein Regierungsbeamter des Sportbüros in Addis Abeba die Kinder begrüsste, bewegen sich die ersten 250 Teilnehmer zur Startlinie, wo Haile Gebrselassie den Startpfiff gibt. Alle Teams formen sich zur einen Hälfte aus Schulkindern und zur anderen Hälfte aus Strassenkindern. Mit den farbigen Windrädern in den Händen wird losgespurtet, wobei nach einem Kilometer alle Kinder ihr Rad gegen einen kleinen Ball eintauschen. Die zweite Hälfte der Distanz wird vom Team dribbelnd zurückgelegt. Dabei handelt es sich nicht um herkömmliche Bälle, sondern um Socken, die mit Abfallplastik gestopft und schliesslich angemalt wurden.

Schon bald kommen die ersten Bälle durch die Ziellinie geflogen und die rennenden Kinder ihnen nach. Kurz darauf ertönt der Startpfiff für die zweite Gruppe. Nun kommen die beiden anderen Disziplinen zum Zug. Gestartet wird mit der Laufdisziplin und in der Wechselzone werden die Macina’s von den jungen Sportlern mitgenommen und über den zweiten Kilometer bis ins Ziel balanciert. Mit den alternierenden Disziplinen starten insgesamt vier Teams mit je 250 Kindern, die alle erfolgreich 2km zurücklegen. Die schwitzenden Finisher dürfen sich mit kühlem Wasser erfrischen und an dem anschliessenden Rahmenprogramm des Circus Ethiopia teilnehmen. Traditionelle äthiopische Musik, Tanz sowie Akrobatik runden den fröhlichen und aussergewöhnlichen Sportanlass ab.

Sport – The Bridge dankt allen Teilnehmer, Schulen, NGO’s und Helfern ganz herzlich und freut sich bereits auf den nächsten Gigathlon Ethiopia im 2010!”

 

 

 

 

 

 

 

Video-Starthilfe für WordPress für STB Blogger

Einführung in WordPress Blog

Endlich ist es so weit, die versprochene Videopräsentation zur Einführung in WordPress Blog ist online. Falls Du für Sport – The Bridge bloggen möchtest, schau Dir das Video an. Falls Du noch kein Autoren-Login hast, sende mir einfach eine Email an: robi.aeschbacher(at)gmail.com.


Einführung in Bloggen mit WordPress Blog