Bad geniessen und damit STB unterstützen?

20. February 2012

Diese Woche ist CharityWeek in allen 13 Lush-Shop Filialen der Schweiz. Wenn du diese Woche einen Twilight kaufst, geniesst du nicht nur ein entspanntes Bad, sondern du unterstützt damit Sport – The Bridge. Du unterstützt also gleichzeitig dich, die Freiwilligenarbeit und jugendliche Strassenkinder in Äthiopien.
Also, erst weitersagen, dann hingehen, kaufen und Bad genissen! Herzlichen Dank!

CharityWeek Produkt: Twilight Badekomet

Sport – The Bridge – eine weitere erfreuliche Geschichte aus Äthiopien

10. January 2012

Addisu, ein ehemaliges Strassenkind, welches seit Beginn von Sport – The Bridge in Äthiopien dabei ist und vielen vielleicht noch aus dem Bericht vom Schweizer Fernsehen bekannt ist, musste in den letzten Jahren einiges durchmachen.

Der Schritt weg von der Strasse gelang ihm nicht auf Anhieb, er gehörte lange zu den Drop-out-Kindern und Sport – The Bridge hatte nur unregelmässig Kontakt zu ihm. Als seine Mutter starb, erfolgte ein unerwarteter Wandel – Addisu war sehr betroffen, trug von diesem Tag an immer ein Foto seiner Mutter bei sich, kam jeden Tag ins Projekt und sorgte sich um seine zwei kleineren Brüder. Wenige Monate danach wurde bei ihm ein Herzfehler diagnostiziert. Die Chancen auf eine Genesung standen sehr schlecht, einerseits, weil eine Herzoperation in Äthiopien nicht möglich ist und andererseits, weil der Herzfehler als schwer heilbar eingestuft wurde.

“Save a child’s heart“ ermöglichte es aber, dass Addisu eine Operation in Israel erhalten konnte. „Save a child’s heart“ ist eine Organisation, welche herzkranken Kindern aus Entwicklungsländern eine Herzoperation ermöglicht. Ziel der humanitären Organisation ist es die Qualität der Behandlung für diese Kinder zu verbessern, welche in ihren Herkunftsländer keine Operation erhalten können. (www.saveachildsheart.org)

Nach der komplizierten aber am Schluss erfolgreichen Operation und der dreimonatigen Genesung in Israel kehrte Addisu nach Äthiopien zurück. Er nahm mit der Unterstützung von Sport – The Bridge eine Ausbildung als Hairdresser in Angriff. Der Schritt wieder zurück in der Heimat stellte sich jedoch nicht als einfach heraus, verschiedene Gründe führten dazu, dass Addisu sich sein Leben wieder auf der Strasse einrichtete. Die Gefahren bei Vernachlässigung der regelmässigen Einnahme der Medikamente konnte oder wollte er nicht einsehen.

Im Verlauf des letzten Jahres ist es Sport – The Bridge gelungen, wieder Kontakt aufzunehmen. Addisu wurde das Angebot gemacht, den Erstjahreskindern von Sport – The Bridge die Haare zu schneiden – was ihn motivierte, weiter zu kämpfen, indem er einer Aufgabe nachgeht und seiner Gesundheit Sorge trägt. Addisu kommt nun tagtäglich auf den Compound, schneidet den Kindern die Haare und unterstützt auch sonst die Mitarbeitenden in ihren alltäglichen Aufgaben. Nach der Arbeit geht er zudem in die abendliche Schule, um diese abschliessen zu können.

Die Geschichte von Addisu zeigt, dass es wichtig ist, einem Kind mehrere Chance zu geben –eines Tages sind Dinge möglich, an die man zuvor nicht geglaubt hätte! Der Weg, Kinder und Jugendliche in ihrer selbstständigen Entwicklung zu unterstützen, um ein Leben weg von der Strasse aufbauen zu können, erfordert viel Innovation und Intuition von Seiten der Betreuenden – und Geschichten wie diese sind es, für die sich dieser Aufwand lohnt und was die Arbeit von Sport – The Bridge einzigartig macht!

Mich hat es sehr berührt Addisu bei seiner Arbeit zu sehen, zu hören dass er wieder Fussball spielen mag und die Schule nachholt…dass er dies erleben kann ist dank all der Unterstützung, der einmaligen Hilfe von Save a child’s heart und allen Spenden die eingegangen sind für die Operationmöglich gewesen. Auf diesem Weg ein grosses Dankeschön!

Caroline

 

Gigathlon Ethiopia, Children Sport Event 2011

5. January 2012

After finishing Gigathlon Ethiopia children’s sport event, the 12 years street boy explain that  “We had came only for fun but the event challenged us a lot especially some drug user children were not able to finished the round”.  Similarly One 14 years girl from school said that “I like to do such kinds of games  especially riding Wheel but people discouraged me when I play at my village because they understand that the game is belong to boys only, but in this Gigathlon we all did boys and girls equally.”  Gigathlon is giving chance for all children with out the difference of sex, skill and background. It involves street children, school children girls and boys to play together.

2011 Gigathlon Ethiopia was held Dec.24 in Addis Ababa at big sport field, Janmeda, among children from street and school. The event was covers around 2km and combined four types of distance games which are familiar with Ethiopian kids. The participants were competing on the event by forming a group of four members. Based on the objective of the event different livelihood messages transfer during the event with different ways.

Regarding to the games the idea of Gigathlon Ethiopia has not to introduce new games for the children, rather to recognize the children traditional games and creativity in the big event. All games included in the event are familiar by all participant children. The event has given a big attention for the children thought and activities. Generally the objectives of the event are in one hand to transfer educational and health messages to participant children, in other hand to create especial sport and play event for all children to make fun.

During the event day street children had the chance to show their talent by presenting poem, drawing exhibition, messages and song of the new Gigathlon’s Anthem after trained for two weeks. The active and creative talents of participant street children have impressed other children and spectators.

All children had enjoyed on the event. They got at least one of their favorite games. Most of them except STB’s follow up program are for the first time to be part of this kind of children celebration.  All participated children approved that they learn different life values from the event like team work, fair play, striving to wine and etc. At the end all of them wished to be invited for the next year.

In this year event some new activities have happened, the two main ones were STB’s older club system boys were serving in the event as coordinators and the second one before one day of the event STB’s club system boys and parents of children cleaned the big sport field Janmeda where the sport event was held.

Zusammenarbeit mit dem Verein Pernova

16. December 2011

Skroove… bewegt Jugendliche in benachteiligten Quartieren

Im Juli 2011 wurde die Pilotphase von Skroove abgeschlossen und ausgewertet. Somit liegen die ersten Ergebnisse eines längerfristigen Projekts vor, welches vom Verein Pernova unter der Mitwirkung von Sport – The Bridge lanciert wurde.

Die gezielt durchgeführten Einsätze der „Skroovers“ an sozialen Brennpunkten haben deutlich gezeigt, dass mit entsprechenden Bewegungsangeboten das Interesse junger Menschen geweckt werden kann – es entsteht eine gute Stimmung, die von Alltagssorgen und Lebensfrust ablenkt. Interventionen von Skroove haben auf Jugendliche mit starken Aggressionen eine deeskalierende Wirkung. Eine Gruppendynamik mit gewaltbereiten Tendenzen wird aufgeweicht, so dass in der Regel eine Eskalation verhindert werden kann.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Pilotphase zeigen mögliche Wege auf, um die Effizienz der weiteren Projektschritte zu verbessern. Ein Schwerpunkt soll künftig bei der Vernetzung mit anderen Institutionen liegen. Weiter soll die Ausbildung der Skroovers ausgebaut werden, damit sie in der Lage sind, Interventionen mit der nötigen Sensibilität und Flexibilität umzusetzen. Es hat hat sich deutlich gezeigt, dass ein Abschluss in einem sozialen Beruf nicht die notwendige Voraussetzung für diese Aufgabe ist. Vielmehr soll ein praxisorientiertes Training realisiert werden, damit die Skroovers lernen, sich in verschiedene Situationen einzufühlen, sie zu beurteilen und geeignete Strategien für spontane Problemlösungen zu entwickeln. Mehr Infos zur Durchführung des Projektes (und in Kürze auch den vollumfänglichen Abschlussbericht) findet Ihr unter:

http://pernova.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=58

Für 2012 ist geplant, Skroove auszuweiten. Mindestens ein zusätzlicher Standort wird ausgewählt. Aktuell wird ein Handlungsmodell ausgearbeitet, das überall dort anwendbar sein wird, wo die Gefahr besteht, dass Jugendkriminalität und Gewaltbereitschaft ein bedrohliches Ausmass annehmen.

 

Projekt Bangladesch

In der zweiten Hälfte dieses Jahres hat der Verein Pernova eine weitere Projektidee entworfen, die in Bangladesch zum ersten Mal realisiert werden soll. Sie befindet sich bereits in der Entwicklungsphase für eine baldige Umsetzung:

Gemeinsam mit Sport – The Bridge Äthiopien wird Anfangs 2012 ein Ausbildungskonzept erarbeitet, das einen Know-how Transfer der Erfahrungen ermöglichen soll, die in Äthiopien auf der theoretischen Grundlage des KRAFT-Modells gesammelt wurden. Das Ziel dieses Konzeptes ist es, sozial- und sportpädagogische Kompetenzen zu vermitteln, die in einem beliebigen lokalen Projekt weltweit zur Reintegration von Strassenkindern angewendet werden können. Stephan und Simona Zihler, beides Vorstandsmitglieder des Vereins Pernova, waren im ersten Projektjahr von Sport – The Bridge in Addis Mitglieder des Leitungsteams – sie hatten unter anderem die Zusammenarbeit mit den lokalen Mitarbeitenden und Institutionen aufgebaut. Mit dem Knowhow Transfer von Äthiopien nach Bangladesch wollen sie nun einen weiteren Entwicklungsschritt realisieren. Die Idee von Sport – The Bridge, Resozialisierungsprozesse nach den pädagogischen und methodischen Richtlinien des KRAFT-Modells zu fördern, soll in jedem kulturellen Umfeld anwendbar sein. Das Modell orientiert sich an menschlichen und pädagogischen Werten, die in sämtlichen Kulturen und sozialen Schichten  relevant sind – unabhängig von religiösen oder ideologischen Vorstellungen. Mit diesem Projektschritt erhoffen sich die Verantwortlichen, einen wirkungsvollen Beitrag für eine künftige Inter-Entwicklungszusammenarbeit leisten zu können. Die Projektleitenden und Mitarbeitenden von Sport – The Bridge Äthiopien nehmen dabei eine tragende Rolle als Experten ein (direkter Knowhow-Transfer zwischen Äthiopien und Bangladesch).

Die Erfolge der letzten Jahre haben gezeigt, dass das Programm von Sport – The Bridge in Äthiopien innovativ und einzigartig ist. Umso wichtiger ist es, ein Konzept zu entwickeln, das Philosophie und mögliche Umsetzungsstrategien allen zugänglich macht. Wir sind gespannt auf die nächsten Projektschritte und die Weiterentwicklung der bereits erfolgreich aufgebauten Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen in der Schweiz und in Äthiopien.

Mehr Infos und Kontaktangaben findet Ihr unter: http://pernova.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=56&Itemid=63

Oder auf Facebook: www.facebook.com/PernovaVerein

„Pernova“ bedeutet „für etwas Neues“. Nach diesem Motto realisiert der Verein innovative und kreative Projektideen in Bezug auf soziale Problemstellungen. Wenn Ihr im Zusammenhang mit den beiden Projekten (Skroove und Bangladesch)  Bereiche seht, in denen Ihr Euch gerne engagieren möchtet, zögert nicht und meldet Euch bei Severine Friedli: severine.friedli@zihler.org


Trainee-Update from Addis Ababa

14. December 2011

I am here too! =O)

I think it is about time, that I make myself heard on this blog ;o). Jonathan has been doing a great job by updating you on our arrival, the first experiences and the new kids that are part of the “Sport Builds Bridges” project here in Addis Ababa. Now it is my turn to explain what I have been up the for the last two months.

Project Implementation – successful

Sustainability is writ large for Sport-the Bridge as well as for my personal project. The organization has been running its so called “Club System” for little more than one year. It is now the desire of the management to on the one hand enlarge the offer and to improve the quality of the football and the karate club on the other hand.
For the last six weeks I have thus been teaching so called life-skills through sports to “my older teenagers” (of about 15-20 years of age). I lead their warm-up and try to come up with some crazy ideas for drills and games which serve as a basis for a lesson on body, rules, acceptance (of the other and oneself), fair-play and teamwork. It is a lot of work but a lot of fun too. And speaking of acceptance – I am now almost one of them, which makes me really happy! The boys force me to do the activities with them, and find it quite funny to observe that I am usually the weakest person on the field – but it brings us closer together, which makes it worth to amuse “my boys”.
The second part of my project is to teach these youngsters English. Some of them have some knowledge and you can understand them quite well, but their spelling and structure of the sentences are usually quite bad – so yes, there is a lot to do! I teach them that there are different tenses, that a sentence is supposed to have some kind of a structure and yes, there are rules in English too! The main task is nevertheless to make them speak about different topics, such as sports, family, countries, food, etc. I really hope that someone will keep on teaching English once I am not here anymore, because I am convinced that for their personal future this will be more than just an asset!

The Great Ethiopian Run

I think I just had my best experience ever here in Ethiopia – a huge party which is called the Great Ethiopian Run. The task to fulfill is a 10 km run that you have to cover on foot in a red t-shirt together with the other 36.ooo runners who wear the same t-shirt! But let’s start at the beginning.
Of course Jonathan and I felt the urge to prepare ourselves for this big event. The Jan Meda sports-ground offers a great opportunity to run (away from the streets). The problem is just that due to the elevation (2.400m above sea-level) and the pollution, we usually drop half-dead after 4 km. But we still keep up our hopes that we will “go ab wie die Raketen” once we are back in Switzerland (we will keep you updated on this issue ;o).
Anyways, the mission was very clear for the 15 STB participants on competition-day: to get as much attention as possible! (zu Deutsch: Auffallen um jeden Preis!). We thus fabricated our own wigs out of old rice and sugar bags and sprayed them in the Ethiopian colors. We took about 1h40 to cover the 10 km dancing and sticking our heads into every camera possible. Mission accomplished – even Reuters interviewed us when we crossed the finishing-line!!! Jonathan and I were however the only ones who realized how important this TV-station is world-wide ;o). Anyways, to cut things short, after a day in the streets of Addis Ababa we were all dehydrated but overwhelmingly happy.

Merry Christmas to all of you,

Gabrielle

Mitarbeit im Projekt Nations & Football – The Cup

8. December 2011

Mit Hilfe des Sports Brücken schlagen zwischen Menschen und Kulturen ist das Ziel, welches Sport – The Bridge mit verschiedenen Projekten im In- und Ausland verfolgt. In Zusammenarbeit mit dem Swiss African Forum (SAF) organisiert Sport – The Bridge seit 2005 das interkulturelle Fussballturnier „Nations & Football – The Cup“. Die teilnehmenden Teams bestehen aus Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – dieser integrative Aspekt setzt ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Der Schwerpunkt wird dabei besonders auf Fairplay und das festliche Rahmenprogramm gelegt.

Am 30. Juni 2012 findet das Turnier bereits zum 7. Mal statt.

Wir suchen motivierte Leute für die Mitarbeit bei der Organisation und Durchführung dieses einmaligen Sportanlasses.

 

Was wir bieten:

  • Mitarbeit in einem motivierten Team, das sich aus Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammensetzt.
  • Einblick in eine international tätige NGO und in die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Institutionen.

 

Bereiche, für die wir Mitwirkende suchen:

  • Mitglied im Organisationskomitee
  • Verantwortliche(r) externe Kommunikation (Medienarbeit)
  • Organisation Rahmenprogramm
  • Fundraising
  • HelferInnen am Tag selber (Auf- und Abbau)

 

Nimm mit uns Kontakt auf wenn du

  • Interesse an gemeinnützigen, integrativen Projektarbeiten hast, gerne im Team arbeitest und Freude am Sport hast.
  • gerne Initiative ergreifst, kreativ arbeitest und flexibel bist.
  • bereit bist, spezifische Aufgabenbereiche zu übernehmen oder sogar im OK mitzuwirken (keine Erfahrungen oder spezifischen Vorkenntnisse erforderlich!).
  • bereit bist, monatlich ein par Stunden dafür zu investieren (ca. 5-15 Stunden, je nach Projektphase)

 

Interesse? Dann melde Dich doch bei golowin@sportthebridge.ch

 

Kampfkunst als Brücke – Facheinsatz in Äthiopien

7. December 2011


Ein Bericht von Sergej Golowin, Oktober 2011

Im Oktober 2011 reisten mein Vater, Erik Golowin, Aklilu Jinga und ich für mehrere Wochen nach Addis Abeba. Im Rahmen des Programms vom Verein «Sport-The Bridge» leisteten wir gemeinsam einen Facheinsatz mit Kampfkunstunterricht.

Disziplin, Kraft und mentale Stabilität sind erstrebenswerte Eigenschaften für die Menschen aller Kulturen. Das Programm von «Sport – The Bridge» umfasst verschiedene Sportarten, welche den Strassenkindern Äthiopiens helfen sollen, sich diese Eigenschaften anzueignen. Das Ziel ist ihre Wiedereingliederung in die Familie. Seit dem ersten Projektjahr (2005) sind Trainingselemente der Kampfkunst fester Bestandteil des Ausbildungskonzepts.

Die äthiopische Leitung von «Sport – The Bridge» hat anfangs Jahr beschlossen, ihr Angebot und ihren Wirkungsbereich zu erweitern. Einerseits soll die bestehende Nachbetreuung über das Klubsystem verbessert werden und andererseits ist geplant, Prävention als neuen Bereich aufzubauen. Zusammen mit Fussball ist Kampfkunst bei dieser Erweiterung ein ideales Instrument. «Sport – The Bridge» wird einen Karateklub gründen und als Mitglied in den Äthiopischen Karateverband eintreten. Auf diese Weise können Kinder, die das Programm absolviert haben, als Mitglieder des Klubs weiter trainieren und an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen. So bleibt der Kontakt zu ihnen erhalten und es entsteht ein tragfähiges Netzwerk, das den Prozess ihrer Integration langfristig unterstützt.

Während unseres einmonatigen Aufenthalts haben Aklilu und ich intensive Aufbauarbeit in die künftigen Kader des «Sport – The Bridge»-Klubs investiert. Der Aufenthalt von Erik beschränkte sich auf zwei Wochen. Er leitete die von uns gemeinsam durchgeführten Vorbereitungstrainings für die Gurtprüfungen im Karate. Diese fanden am letzten Tag vor seiner Abreise im eigenen Dojo von «Sport – The Bridge» statt. Eine Sportleiterin, drei Sportleiter und 22 Jugendliche, die bereits seit einiger Zeit im Klubsystem trainieren, erreichten erfolgreich die Stufen zum Orange-, Grün- oder Blaugurt. Ich freute mich über dieses Resultat und konnte miterleben, wie es die Motivation aller Teilnehmenden verstärkte. Das Ereignis ist ein wichtiger Schritt in der fachlichen Entwicklung der geplanten Erweiterung des Programms. In den folgenden zwei Wochen führten Aklilu und ich den Unterricht weiter, damit die neu gradierten Karatekas den erworbenen Stoff vertiefen und festigen konnten.

Ein weiterer Höhepunkt war die Durchführung eines dreitägigen Seminars für Trainerinnen und Trainer des Äthiopischen Karateverbandes. Dieser erste Event markierte den Beginn der angestrebten Zusammenarbeit zwischen «Sport – The Bridge» und dem offiziellen Landesverband. Mit Aklilus und meiner Unterstützung stellte Erik Trainingsmethoden des modernen Wettkampfkarate vor. Die Seminarteilnehmer des Verbandes waren begeistert von den Informationen und es wurde einstimmig beschlossen, dass die Kooperation zwischen den zwei Institutionen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. Für mich war dieser Einsatz eine Bereicherung: Wir konnten Know-how nach Addis bringen und im Gegenzug viele kostbare Erfahrungen machen. So wurde Kampfkunst für mich zu einer kulturübergreifenden Brücke zwischen mir und den Menschen, denen ich in dieser faszinierenden Kultur begegnet bin.

 

Karateprüfung der Mädchen

Karateprüfung der Mädchen

 

In den Kimonos (weisse Anzüge): Sergej und Erik, Aklilu (v.l.). Die Sportlehrer von STB (jeweils mit Urkunde in den Händen): Sisay, Tamiru und Girmay (v.l.)

 

Sergej und Erik Golowin mit Vertretern des Äthiopischen Karateverbandes

 

 

green, green, green

11. November 2011

Erstaunlicherweise ist Addis Abeba eine ziemlich grüne Stadt. Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, aber sobald man einige Schritte von den staubigen Hauptstrassen wegmacht, trifft man z.B. auf den allgegenwärtigen Eukalyptus Baum, sowie auf Palmen, Orchideen und andere exotische Pflanzen. Die Stadt liegt ausserdem eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft, welche um diese Jahreszeit (nach der Regensaison) in verschiedenen Grüntönen erscheint. Tatsächlich erinnert mich die Landschaft etwas an schweizer Hügelketten, denn auch hier sind die grünen Hügel mit bunten Feldern gespickt, auf denen verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. So sieht es jedenfalls momentan aus, denn schon bald wird die intensive Sonne der Landschaft eine andere Erscheinung einbrennen.

Nach mehreren Wochen in der Stadt haben wir einen Ausflug zum Mount Wenchi unternommen. Dieser erloschene Vulkan beherbergt einen See, welcher zusammen mit der Kraterlandschaft eine einmalige Atmosphäre schafft. Auch hier ist nach der Regensaison alles unglaublich grün und das Wasser klar. Eine willkommene Abwechslung zur staubigen Stadtluft. Dass die Reise zum Krater anscheinend eine beliebte Touristenattraktion ist, wird schnell klar, da sämtlich Kinder auf dem Land uns konstant um Kugelschreiber bitten. Ich gewöhne mich schnell an meinen neuen Übernahmen „Mr. Pen“ (da mir die Kinder ständig „Mister! Pen!“ nachrufen). Der Ausflug war jedoch sehr entspannend und hat uns (endlich) auch die wunderschöne Landschaft des äthiopischen Hochplateaus nähergebracht.

Zurück bei Sport-the Bridge in Addis haben die Projekte von Gaby und mir beide bereits die wichtigste Phase erreicht: Umsetzung. Viele schöne Ideen sind gut, jedoch zählt am Ende die Umsetzung und das dabei mit den Kindern Erreichte – oft eine etwas andere Geschichte.
Auf der Strasse leben die Kinder unter sehr unsicheren, ständig ändernden und stressigen Umständen. Sie sind daher in einem Zustand der Rastlosigkeit, wenn sie zu STB kommen und wissen oft gar nicht mehr wie es ist, konzentriert und ruhig auf einem Stuhl zu sitzen. Entsprechend schwierig ist es für sie, eine Klassenzimmer-Atmosphäre zu akzeptieren und beizubehalten. Wird eine Arbeit begonnen, werden sie schon nach wenigen Minuten sehr unruhig und sehnen sich nach Bewegung.
Dies ist eines der Hindernisse, welche wir in unseren Projekten ansprechen und meistern müssen. Als Entschädigung erhalten wir dafür wichtige und spannende Erfahrungen und am Ende eines grossen Lernprozesses vielleicht einige Erkenntnisse, wie in einem schwierigen Arbeitsumfeld aus einer Idee auch tatsächlich ein umgesetztes Projekt entsteht.

In unserer Wohnung wird die Küche rege genutzt. Zwar könnte man das Nachtessen durchaus jeden Abend in einem Restaurant geniessen (Hauptgang je nach Restaurant Standard CHF 1 – 5.-), aber in unserer Nähe ist die Auswahl eher begrenzt und zudem schätze ich die beruhigende und gemütliche Seite des Kochens sehr. Die Preise für die lokalen Lebensmittel sind aufgrund starker Inflation und Dürre im Süden des Landes ständig am steigen. Für schweizer Verhältnisse bewegen sich die Kilopreise für Kartoffeln, Tomaten und Bananen zwar auf einem extrem tiefen Niveau (zwischen CHF 0.30 bis 1.-), der lokalen Bevölkerung macht der starke Anstieg der Preise jedoch sehr zu schaffen. Immerhin ist die Verfügbarkeit der Lebensmittel in der Hauptstadt nach wie vor sehr gut und zu europäischen Preisen sind sogar sehr viele ausländische Produkte erhältlich (z.B. Nutella oder holländische Mayonnaise).

Liebe Grüsse aus Addis
Jonathan

Einladung zum alljährlichen Weihnachtsessen

7. November 2011

Liebe Mitglieder und liebe Interessierte

Auch in diesem Jahr möchten wir uns mit einem gemeinsamen Essen auf die Weihnachtszeit einstimmen. Zum ersten Mal findet der Anlass aber nicht in der Villa Stucki statt, sondern im neu eröffneten Restaurant von Awraris (mehr Infos unter: http://www.injera-restaurant.ch/).

  • Wann: Dienstag, 6.Dezember 2011 ab 19.00 Uhr
  • Wo: Restaurant „Injera“ an der Gesellschaftsstrasse 38, im Länggassquartier in Bern

 

Ein detaillierter Wegbeschrieb findet ihr unter folgendem Link: http://www.injera-restaurant.ch/pages/restaurant.php

 

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch und den Rückblick auf ein spannendes und intensives Vereinsjahr!

First experiences in Addis Ababa

24. October 2011

Gaby is a fleabag. Shiny red dots are proof of the fleas getting adjusted to our presence in the house. But we get more used to our new environment too. After 10 days of constant fatigue and yawning, we have adjusted to living and working on 2’400 m above sea level, as well as to our daily sports activities and a lot of dust on the streets. The air is thin up here, which does not only affect our Western bodies, but most of the car engines in the city as well. The steep road we have to take to get home is lying under a constant layer of dark smoke, because of the many buses and cars which have to go full throttle in first gear to make it up the hill.
It’s usually more a black clowd with a mini-bus attached, really.

Our welcome was excellent. The staff greeted us with open arms, warm hearts and funny jokes. We were taught the local handshake and the Ethiopian food was explained to us. Speaking of food: another thing that makes arriving easy. The local specialty „Injera“ (Flat Sourbread with stew, varying from lentils over potatoes to meat) is so good, we cannot wait for the next plate. So far the Ethiopian kitchen, combined with the leftovers of the former oppressors (Italy, who left us Pasta and Pizza as „local food“) is spoiling our stomaches.
So far there are no signs of the famine (which strikes the country’s south) on the markets and surprisingly in the media neither.

The Sport-the-Bridge (STB) concept gets clearer to us every day. In our second week, the „recruitement“ of street kids marked the beginning of a one-year process. Soon, the kids won’t only get food, medical care, psychological attention and daily football matches, but also literacy classes and most of all the life-skills training through sport pedagogy. Additionally, the staff (of the family-integration department) will discuss the kids personal goals and and ask about their reasons for which they left their homes. This is only the start of a lot of measures and support that the kids and their families can profit from over the next years, always with the main goal in focus: to reintegrate the children in their families (or with relatives) and in school.

Already a few days after the recruitment, a first case of integration can be conducted with a „runaway kid“: This particular boy has only been on the streets of Addis Ababa for about a month, after leaving his home 350km outside of the city. The separation of his parents, combined with drinking problems of his father and the „glorious promises of the city“ that his friends had told him, lead him to the decision to take the bus to the city. Of course the streets of Addis didn’t turn out to be as shiny and fun like he thought and since the first day that the STB-staff met him on the street, he repeatedly expressed his wish to go home. He was able to tell his mothers phone number and thereafter an agreement could be reached. STB enabled the mother to come to the city and discuss the problems of the boy while they were reunified. Moving scenes took part in the STB office at an unusually early stage of the programme. But this case was not only exceptional for the fast reunification; in other cases, the staff members travel hundreds of kilometers to reach the childrens families. They were happy that the mother could be reached by phone and agreed to come to Addis herself.
Like any other reintegrated child, the „follow up“ of the reintegration starts as soon as the child has left the compound. The follow-up includes regular phone calls and checks, if the child is still with his family, if he goes to school, if there is enough food and so on…
This is conducted up to 4 years after reintegration (in special cases even longer).

For most of the new kids (around 60) however a long process of reintegration has just started, by teaching them life skills and values through sport pedagogy (including awareness of their body {health}, following of rules, acceptance of the other, fairness and team spirit). For many of the kids can be found a way back into their families, through the attention of the teachers and the efforts of the family integration staff.

Gaby has washed most of her clothes (with Dettol), changed the bed and even the room. Her itchy life starts to get better. The extensive cleaning we did (Dettol again) also brought a change for the better, although there seem to be even more of little creatures around now.
Anyways, the first days have been intense but also brought a lot of interesting and fun experiences in our new everyday life.

If you are interested to know, how we keep up with the pace of the children and about our stay in Ethiopia, check our blog regularly!

Yours sincerely,
Gabrielle and Jonathan
Trainees of Sport The Bridge