Einblicke ins Programm „Äthiopien – Sport baut Brücken“

STB_Einladung_Infoanlass_2015

Im April besuchen Lilyana und Fikirte, die Leiterinnen des Strassenkinder-Programms von Sport – The Bridge Äthiopien, die Schweiz. Im Rahmen einer Informations-Veranstaltung werden die Beiden über den Alltag von Sport – The Bridge und die aktuellen Herausforderungen bei der Arbeit mit Strassenkindern erzählen. Danach werden verschiedene Erfahrungsberichte geteilt, um schliesslich die Diskussion für das Publikum zu öffnen. Der Anlass findet in Englisch und Deutsch statt (Übersetzung wird sichergestellt) und wird in den Räumen der Kampfkunstschule Goju Kan Bern durchgeführt, mit der Sport – The Bridge eine langjährige Partnerschaft verbindet.

Im Anschluss gibt es ein Apero und die Möglichkeit zum Austausch mit Lilyana und Fikirte sowie aktiven Mitgliedern von Sport – The Bridge Schweiz.

  • Datum: Dienstag, 28. April 2015
  • Zeit: Einlass 18.30 Uhr, Start 19.00 Uhr (Dauer ca. 30 Min.)
  • Ort: Kampfkunstschule Goju Kan Bern (Gutenbergstrasse 14, 3007 Bern, Eingang hinter dem Haus)

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Damit wir abschätzen können, wie viele Leute kommen, sind wir froh um Anmeldung unter info@sportthebridge.ch (bis am 27. April). Danke!

 

Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungsort

Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungsort
A = Hauptausgang Bhf.
B = Ausgang Welle Bhf.
C = Goju Kan Bern

Neighbourtalk – Neues STB-Projekt

Bericht vom Projektteam von Neighbourtalk

 

Am 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, startete Sport – The Bridge mit einem neuen Programm für Erwachsene: Neighbourtalk! (Mehr Infos zum Projekt unter: http://www.sportthebridge.ch/schweiz/neighbourtalk/).

In der offenen Atmospähre der Stadtgalerie Bern wurden über fünfzig Gespräche geführt, in denen gegenseitig Fragen gestellt und Themen diskutiert wurden. Für die anwesenden Gäste standen “Nachbarn” mit folgenden Hintergründen für einen Austausch bereit: ein Jenischer, eine Veganerin, ein Gamer, ein schwuler Vater, eine Muslima, ein Flüchtling, ein HIV-Positiver, ein Syrer und ein Banker.
Ziel der Gespräche war es, die Lebenswelt von Menschen, über die Vorurteile gängig sind, zu denen aber im alltäglichen Leben kaum Kontakte bestehen, kennen zu lernen. Wir sind überzeugt, dass persönliche Eindrücke helfen, bewusster mit eigenen Vorurteilen umzugehen und diese zu hinterfragen.

Aufgrund der grossen Nachfrage wird der nächste Neighbourtalk schon bald folgen!

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Neighbourtalk 28.4.15

Volunteers für Cooltour gesucht

Möchtest du als Volunteer beim coolsten Camp in der Schweiz mitwirken? Dazu hast du nun die Möglichkeit.

Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen und somit Hemmungen und Vorurteile abzubauen, ist das Ziel von Cooltour. Dieses Camp wurde 2009 initiiert und wird von der Nationalen Förderorganisation Blindspot, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband und PluSport Behindertensport Schweiz durchgeführt.

Das Camp findet vom 23. bis am 31. Juli in Bern statt. Die Teilnehmenden wählen ihr Programm aus einem breiten Angebot modulartig aus. Übernachten werden wir alle auf dem Zeltplatz Eichholz in Bern. Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie für die Mithilfe in der Infrastruktur suchen wir Freiwillige.

Mehr Informationen dazu findest du in diesem Flyer. Falls du interessiert bist, kannst du dich hier anmelden.

 

 

Neighbourtalk – Was ist dein Vorurteil?

Beitrag von Fabienne Glatthard:

 

Sport – The Bridge lanciert am 21. März 2015, dem internationalen Tag gegen Rassismus, eine neue Begegnungsplattform für Erwachsene.

Möchtest du Einblick ins Leben von einem Flüchtling, einem Bänker oder Menschen aus anderen Lebenswelten erhalten?

Triff dich am erstem “Neighbourtalk”, am 21. März in der Stadtgalerie im Progr, zu persönlichen Gesprächen mit solchen “Nachbarn”. Dort werden Menschen offen über ihre Eigenheiten, Weltansichten und ihre Situation in der Gesellschaft erzählen. Du hast die Möglichkeit in einem 30 minütigen Gespräch Fragen zu stellen, Ansichten zu diskutieren und dich mit Vorurteilen auseinanderzusetzen. Nach den Gesprächen kannst du dich mit anderen Teilnehmenden austauschen, Informationen beziehen und bei Kaffee und Kuchen die Eindrücke auf dich wirken lassen. Die Neighbourtalks finden in zwei Blöcken von 09:00-11:30 und von 16:15 – 18:30 statt.

Haben wir dein Interesse geweckt? Wir freuen uns auf deinen Besuch!

 

Besuch uns auch auf Facebook unter: Neighbourtalk NBT

 

image

10 Jahre Sport – The Bridge Äthiopien… 10 Years Sport – The Bridge Ethiopia

English version below


Sport – The Bridge Äthiopien feierte sein 10 jähriges Bestehen

Ende Januar fanden in Addis Abeba die letzten zwei Veranstaltungen statt, um das 10 jährige Bestehen des Programms „Äthiopien – Sport baut Brücken“ zu feiern: am 29. Januar organisierte das äthiopische Team eine Panel-Diskussion über das Potential von Sport und Entwicklung und am 31. Januar fand die offizielle Abschlussfeier zum Jubiläum statt. Fazit der letzen 10 Jahre: Die Erfahrungen zeigen auf, dass Sport einen unschätzbaren Wert aufweist, um pädagogisch mit Strassenkindern zu arbeiten und als methodisches Instrument bei der Reintegration in die Familie und Schule unterstützend eingesetzt zu werden.

Panel

P1200945Der Einladung von Sport – The Bridge (STB) Äthiopien folgte eine Vielzahl von Leuten aus diversen Bereichen, um über die pädagogischen Wirkungsfelder des Sports zu diskutieren. Darunter waren Studierende der Universität von Addis Abeba sowie Vertreterinnen und Vertreter aus lokalen NGOs und Sportverbänden. Lilyana Ahmed, Gesamtleiterin des Programms, die seit 10 Jahren bei STB mitarbeitet und heute immer noch den Bereich der Familienintegration führt, eröffnete die Veranstaltung. Im Anschluss übernahm Lastawusih Tekele, Psychologe des Programms, die Moderation und führte durch den Morgen. Folgende drei Vorträge bildeten die Basis für die weiterführende Diskussion: Ein lokaler Mitarbeiter von Right to Play erzählte über die Arbeit ihrer Organisation und die zahlreichen Projekte in ganz Äthiopien und seinem Engagement, die Öffentlichkeit über das Potential des Sports aufzuklären. Stephan Zihler, Mitbegründer von STB und Verfasser des KRAFT-Modells, erzählte über den Aufbau des Vereins und die Idee hinter der sportpädagogischen Arbeit von STB. Abschliessend berichtete Yonas Mindaye über die aktuelle Umsetzung des KRAFT-Modells im Rahmen der Resozialisierungsarbeit von STB Äthiopien: Einerseits nutzen die Sportlehrer das KRAFT-Modell in Anlehnung an die vorgegebene Struktur, die aus den Themen Körper, Regeln, Akzeptanz, Fairness und Team besteht. Andererseits setzen sie das Instrument der Transfer-Gespräche im Rahmen der einzelnen Lektionen ein, um spezifische Themen zu bearbeiten. So können sie flexibel auf Probleme eingehen, denen die Kinder anhand der sich ständig verändernden Umstände auf den Strassen von Addis ausgesetzt sind.

Rund 40 Menschen nahmen an der Panel-Diskussion teil, darunter Sozialarbeiter, Sportlehrer, Soziologiestudenten so wie Vertreterinnen und Vertreter aus anderen NGOs und Regierungsbüros. Nach den erwähnten Vorträgen konnten die Teilnehmenden Fragen stellen. Während rund einer Stunde wurde über den Mehrwehrt des Sports und in welchen Bereichen das KRAFT-Modell sonst noch eingesetzt werden könnte diskutiert (Schulen, Partnerorganisationen, Gefängnisse, usw.). Zum Schluss der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden eingeladen, an einer Übung aus dem Kraft-Modell mitzumachen, um die Idee des Botschaft-Transfers partizipativ zu erleben. Diese Möglichkeit einer eigenen Erfahrung war ein gelungener Abschluss des einmaligen Events. STB war es gelungen, den Gästen die einzigartige Arbeit des Teams vor Ort zu vermitteln und sich vermehrt mit lokalen Partnern zu vernetzen.

Abschlusszeremonie

Als Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten organisierte das äthiopische Team von STB eine feierliche Veranstaltung. In verschiedenen Vorträgen wurden die Hintergründe aufgezeigt, mit Sport-Shows (Qigong, Karate, KRAFT-Lektion) die pädagogische Arbeit vorgestellt und mit Auszeichnungen den Mitarbeitenden und Partnern Wertschätzung für ihren Einsatz ausgesprochen. Ehemalige Programm-Teilnehmende führten ein Theaterstück auf, das die Integrationsarbeit von STB aufzeigte. Zudem wurde eine Foto- und Kunstaustellung installiert, die bei allen Anwesenden für Begeisterung sorgte. Es war eine inspirierende und gelungene Abschlussveranstaltung eines Programms, das von professionellen und mit Herzblut engagierten Mitarbeitenden getragen wird. Demnächst wird ein Kurzfilm veröffentlicht, in dem verschiedene Eindrücke des Jubiläumsfestes zu sehen sein werden.

Connect-Projekt von Pernova

SONY DSCSechs Vertreterinnen und Vertreter aus drei verschiedenen NGOs aus Bangladesch, deren Arbeit sich auch der Reintegration von Strassenkindern widmet, nahmen ebenfalls an den oben erwähnten Veranstaltungen teil. Die Idee des Projektes “Connect – from Addis Ababa 2 Dhaka” wurde vom Verein Pernova entwickelt und beabsichtigt einen Knowhow-Transfer zwischen lokalen NGOs aus verschiedenen armutsbetroffenen Ländern. Der Austausch zwischen den NGO-Mitarbeitenden aus Bangladesch und dem Team von STB stellte sich als gelungene Begegnung heraus und wirkte produktiv und inspirierend. Alle Beteiligten sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Mehr Informationen zum Projekt unter folgenden Links: http://www.pernova.ch/en/projects/connect/ oder auf Facebook: https://www.facebook.com/PernovaVerein


English Version:

Sport – The Bridge Ethiopia celebrated its 10-year anniversary

By the end of January the last two activities to celebrate the 10-years-jubilee of the programme “Ethiopia – Sport builds Bridges” took place: on January 29 the local staff of Sport – The Bridge organised a panel discussion on sport as a means of social development and on January 31 the closing ceremony to celebrate the jubilee of the programme was carried out.

The last 10 years of experience have shown that sport has a strong and unique value for the pedagogic work with street children and as a methodological tool for the reintegration into their family and school.

Panel Discussion on Sport and Development

Idea of the KRAFT-model, the sport-pedagogical tool of STBA variety of people who work in the fields of sport and/or pedagogy, as well as NGOs and governmental bodies were invited to attend the panel discussion about the positive effects of sport in context of social development. Lilyana Ahmed, programme and family integration department manager since ten years, opened the event and Lastawusih Takele, the programme’s psychologist, lead through the morning. The panel was structured by three speeches: First the Ethiopian country representative of Right to Play talked about the activities of his organisation in different parts of Ethiopia and how they use sport to deliver various messages to different beneficiaries and the public. After this Stephan Zihler, co-founder of STB and creator the sport-pedagogical KRAFT-model talked about how he built up the programme 10 years ago and how he developed the idea for the unique and effective sport-pedagogical work of STB. As third panellist Yonas Mindaye, the sport department manager of STB, talked about the use of the KRAFT-model today, how it is structured and how the sport-teacher of STB adapt it flexible to the needs of the affected children. The sport teachers follow model’s subjects like body, rule, acceptance, fairness and team, but they adapt the message transfer according to the changing circumstances.

Around 40 people attended the event, including social workers, sport teachers and sociology students, representatives from other NGOs and government officials. After the speeches the attendees discussed with the panellists the use of sport and other possible areas where the KRAFT-model can be implemented as a tool to support the personal development of children (public schools, other NGOs with different target groups, prisons, etc.). At the end of the event a KRAFT-exercise was presented in a participatory way to demonstrate the effect at first hand. In this exercise the participants could experience the important role of the message transfer in using sport as social tool and how this makes the work of STB exceptional and effective.

Closing Ceremony

For the closing ceremony the staff members created a special schedule with various sport demonstrations, speeches and an appreciation ceremony for the partners and the local staff members. A drama was played by former STB participants representing the integration work of STB. In addition, an exhibition with photos of the past ten years and artwork from project participants were arranged. It was a touching and inspiring event, realised by the dedicated and professional staff members of STB Ethiopia. For insights into the different activities, enjoy the photo gallery below. We will release a short trailer on the final celebration of the 10-year anniversary of the programme soon.

Connecting Project initiated by Pernova

A delegation of representatives from three different NGOs from Bangladesh made a visit to Ethiopia and attended the above mentioned events. They are part of the project “Connect – from Addis Ababa 2 Dhaka” initiated by the association Pernova. It aims to build up a south-to-south know-how transfer between different NGOs working with street children. It was an interesting and productive first encounter between STB and the six Bangladeshi who came to become inspired by the work of STB. For more information visit: http://www.pernova.ch/en/projects/connect/ or the Facebook-page of Pernova: https://www.facebook.com/PernovaVerein


Photo Gallery Panel Discussion


Photo Gallery 10-year anniversary

Behailus Geschichte und die Reintegration von Kindern aus ländlichen Gebieten Äthiopiens

Behailu (Bild der letztjährigen Broschüre)

Behailu (Bild der letztjährigen Broschüre)

In Äthiopien versuchen wir für jedes Kind individuelle, situationsgerechte Lösungen zu finden, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Der zunehmende Anteil von Strassenkindern in Addis Abeba, die aus ländlichen Gebieten Äthiopiens stammen, stellt uns diesbezüglich vor neue Herausforderung. Behailu (Bild rechts), der letztes Jahr in einer Broschüre von Sport – The Bridge porträtiert wurde, ist ein Beispiel dafür. Mit seiner Geschichte möchten wir die aktuellen Herausforderungen sowie allgemeine Schwierig-keiten in der Arbeit mit (Strassen)kindern aufzeigen.

Beitrag von Lilyana Ahmed, Thierry Graf und Aurelia Golowin

Hintergrund

Seit 2004 verfolgt Sport – The Bridge in Äthiopien mit dem Programm “Äthiopien – Sport baut Brücken” das Ziel der Reintegration von Strassenkindern in ihr familiäres Umfeld und die öffentliche Schule. Die maximal ein Jahr dauernde intensive Betreuung der Kinder durch unser Tagesprogramm (“Erstjahresprogramm”) stellt dabei nur den ersten Schritt dar. Die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien werden weiterhin begleitet, um ihre neue Situation längerfristig zu stabilisieren und sie beim Meistern von alltäglichen Schwierigkeiten unterstützen zu können (“Follow-up Programm”). Für diesen Prozess ist die Zusammenarbeit mit dem familiären Umfeld ein zentrales Element, da die sozialen Umstände wichtige Einflussfaktoren für den nachhaltigen Erfolg der Integrationsarbeit darstellen.

Bedürfnisorientierter Ansatz

Zentraler Ansatz unserer Arbeit mit Strassenkindern in Äthiopien ist es, die Situation eines Kindes als Ganzes zu erfassen, um die konkreten Umstände zu verstehen und so individuelle, den Bedürfnissen jedes Kindes entsprechende Lösungen zu finden. Es existiert kein Patentrezept, um eine nachhaltige Resozialisierung zu verwirklichen, sondern es wird das methodische Ziel angestrebt, jeden Fall einzeln zu betrachten und Prozesse individuell zu gestalten. Dank den zahlreichen Erfahrungen der letzten 10 Jahre wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Massnahmen und Methoden entwickelt, die es ermöglichen, flexibel und wirkungsvoll auf einzelne Situationen einzugehen.

Veränderte Rahmenbedingungen

Seit einigen Jahren stellen wir in Addis Abeba einen zunehmenden Anteil von Strassenkindern fest, die ursprünglich aus anderen Regionen Äthiopiens stammen. Dazu gehören Kinder aus anderen Städten und solche aus ländlichen Gebieten, die ihre Familie mit der Hoffnung auf Erfolg, Reichtum, ein besseres Leben oder anderen Gründen verlassen haben und ihr Glück in Addis Abeba suchen. In der Hauptstadt angekommen, leben sie zu ihrem Schutz in einer Gruppe mit anderen Kindern und versuchen sich auf der Strasse durchzuschlagen. In Anbetracht dieser Veränderungen hat Sport – The Bridge ab 2010 das Erstjahresprogramm auch für Strassenkinder von ausserhalb zugänglich gemacht und dabei erste Erfahrungen sammeln können. In den letzten zwei Jahren hat sich der Anteil dieser Kinder so stark erhöht, dass im 2013 erstmals mehr Kinder durch Sport – The Bridge integriert wurden, die nicht aus Addis Abeba stammen.

Behailus Geschichte

Behailu, den wir in einer letztjährigen Broschüre porträtiert hatten, ist einer von ihnen. Er ist heute 11 Jahre alt und stammt aus der Stadt Hawassa, die rund 200 km von Addis Abeba entfernt ist. Nach dem Tod seiner Eltern machte er sich auf nach Addis Abeba, mit dem Ziel, seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen, da seine Grossmutter finanziell nicht mehr für ihn aufkommen konnte. Auf den Strassen Addis Abebas kam er in Kontakt mit Sport – The Bridge und entschied sich im November 2013 in das Erstjahresprogramm einzutreten, um auf diesem Weg das Leben auf der Strasse zu verlassen und zu seiner älteren Schwester nach Hawassa zurückzukehren. Behailu besuchte fortan das tägliche Programm. Mit der Schwester wurde telefonisch Kontakt aufgenommen und geplant, dass Behailu nach Beendigung des Erstjahresprogramms durch Mitarbeitende von Sport – The Bridge zu ihr gebracht werde. Es kam jedoch anders. Eine Bekannte von Behailu, die er von seiner Arbeit her – als Haushaltshilfe an den Wochenenden – kannte, hatte ihm ohne vorgängige Absprache mit Sport – The Bridge den Bus nach Hawassa bezahlt und ihm zusätzlich etwas Geld mitgegeben. Somit fuhr Behailu im August 2014 selbständig nach Hawassa und Sport – The Bridge wurde telefonisch von der Schwester darüber informiert, dass er nun bei ihr sei.

Behailu & Mitarbeiterin im Familiendepartement, Sintayehu Fikru (2014)

Behailu & Mitarbeiterin im Familiendepartement, Sintayehu Fikru (2014)

Obwohl Behailu gut von seiner Schwester und dem weiteren Umfeld empfangen wurde und ihm seine Schwester für die Regenzeit einen Platz in einer Übergangsschule organisiert hatte, um ihn auf das neue Schuljahr in der öffentlichen Schule vorzubereiten, war diese neue Situation nicht beständig. Rund zwei Monate später ging Behailu wieder von seiner Schwester weg und kehrte auf die Strassen von Addis Abeba zurück, wo er von den Mitarbeitenden von Sport – The Bridge gesehen und angesprochen wurde. Als Grund für seine Rückkehr zum Leben auf der Strasse gab er an, dass er seiner Schwester eine kleinere Menge Geld anvertraut habe, das sie gemäss ihren eigenen Angaben angeblich verloren hätte. Die zuständigen Mitarbeitenden interpretieren dies als unmittelbaren Vorwand, vermuten den wahren Grund jedoch darin, dass Behailu den Verlockungen des Lebens auf der Strasse nicht widerstehen konnte und bereits einen hohen Grad an Selbstständigkeit und Autonomie erreicht hatte. Obwohl Behailu gemäss eigenen Aussagen einsieht, dass das Leben bei seiner Schwester den Zugang zur Schule und einem geregelteren Leben ermöglicht, stellt es für ihn auch den mühsameren und anspruchsvolleren Weg dar als das Leben auf der Strasse. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch der Einfluss und die Abhängigkeiten von Substanzen, wie z.B. das Schnüffeln von Leim, was bei Behailu der Fall ist. Obwohl er selber sagt, dass er in Zukunft wieder zu seiner Schwester zurückkehren möchte und ihm Sport – The Bridge dafür bereits mehrmals wieder Unterstützung angeboten hat, lebt Behailu heute nach wie vor auf den Strassen von Addis Abeba und ist bis heute (noch) nicht bei Sport – The Bridge aufgetaucht.

Neue Herausforderungen

Die veränderten Umstände auf den Strassen Addis Abebas stellt das Strassenkinder-Programm von Sport – The Bridge, welches ursprünglich auf Kinder aus Addis Abeba ausgerichtet war, vor neue Herausforderungen. Die Geschichte von Behailu zeigt exemplarisch auf, wo Handlungsbedarf besteht, um bestehende Prozesse zu optimieren und allenfalls neue Massnahmen auszuarbeiten. Im Vergleich mit den Kindern aus Addis Abeba können momentan für die Kinder von ausserhalb nicht dieselben umfassenden Leistungen angeboten werden. Einerseits kann mit Familien aus entfernteren Regionen nicht eng zusammengearbeitet werden, um sie in den Reintegrationsprozess zu involvieren und andererseits können die Kinder und Jugendlichen nicht von einer Nachbetreuung profitieren. Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Zielgruppe stellen uns somit hinsichtlich der Ausrichtung und der Ausgestaltung der konkreten Leistungen unseres Programms vor offene Fragen: Wie kann in jedem Fall ein Austausch mit Familienangehörigen sichergestellt werden? Wie können diese Familien in den Resozialisierungsprozess einbezogen werden? Welche Möglichkeiten gibt es, auch den Kindern, die nicht aus Addis Abeba stammen, eine Nachbetreuung zu bieten? Auch hier gibt es keine Patentlösung, doch das Team in Äthiopien ist gewillt, sich dieser Herausforderung zu stellen. Momentan werden erste Ideen gesammelt, um Massnahmen auszuarbeiten, so dass noch im 2015 Pilotprojekte starten können, die auch für diese Kinder eine vergleichbar nachhaltige Lösung anstreben, wie für diejenigen aus Addis Abeba.

Wir sind überzeugt, dass die langjährige Erfahrung und international hoch geschätzte Expertise des lokalen Teams eine hervorragende Ausgangslage darstellen, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Januar 2015

 

Moïra’s Garden Project RECAP

The garden project initiated and lead by Moïra, one of the current Swiss trainees at STB in Ethiopia, successfully came to an end. Currently, children and staff are collecting the vegetables in order to prepare them for a celebration to be held on coming Friday.

Find below a movie summarizing the work process which lasted several months and giving insights to the convincing results of this exciting project.

 

2014 – STB Ethiopia in retrospect

Written by: Lastawsh Takele (psychologist), Behailu Jemal (sport teacher), Lilyana Ahmed (program manager)

10th anniversary opening ceremony (June2, 2014)

10th anniversary opening ceremony (June 2, 2014)

Time is running fast! It is December now and somehow hard to realize that again 12 months have passed by with experiencing a lot of hardship of street children on a daily basis. Just as in previous times, also this year many activities have been accomplished within STB Ethiopia. However, what makes this year special is the 10th anniversary of the program. Thanks to the founders and other significant figures, the association has reached a lot of success in the process of rehabilitating street children and their respective families.

Since the beginning in 2004 until today, STB Ethiopia has been able to reach about 1’000 street children. Considering the difficult nature of the work and the limited capacity of the organization, this number implies a remarkable achievement. Throughout this year’s October, 108 children were recruited, out of which we work with 40 children and their families closely today. More than 90% out of these children originally come from countryside regions and the smaller amount (less than 10%) come from Addis Ababa.

Opening ceremony 10th anniversary  (June 2,2014), from left: Lilyana Ahmed (Family Department), Yonas Mindaye (Sport Department), Elsabeth Sisay (Nutrition Department) and  Sr. Aelefech Nigussie

Opening ceremony 10th anniversary (June 2, 2014), from left: Lilyana Ahmed (Family Department), Yonas Mindaye (Sport Department), Elsabeth Sisay (Nutrition Department) and Sr. Aelefech Nigussie (Nurse)

In June the 10th anniversary celebration of the program was launched and since then STB was engaging in different activities to celebrate the achievements of the past decade, for which all staff members have been generating ideas. To put these ideas into practice, 4 working groups have been established to prepare and start the implementation of concrete actions and events around the 10th anniversary:

  • In total 200 people celebrated the occasion of the annual school closing in August, among them older STB children, school children (follow-up program participants) and all staff.
  • In October the staff did their annual retreat in remembering the jubilee.
  • Recently, on 1st of November, an event was carried out for the neighboring community:  Neighbors were invited for a drama play and a show of the STB girls who practice karate. The event also comprised a photo and drawing exhibition and older successful beneficiaries were interviewed. Furthermore leaflets about STB were distributed to the guests, who were also given the opportunity to write suggestions. “I did not know well how you support the children in the center, today I have realized that you offer an integrated and wholesome service, I am very impressed about your work” one interviewed guest said.
  • Last but not the least an activity, which will be realized soon in relation with the anniversary, is an educational tour with the school follow-up children. In this context the youths have the possibility to visit museums, monuments and get insights into specific working fields. All these activities will be guided and monitored by the STB staff.

Ahead of us, we remain with two main activities related to the 10th anniversary of STB. One is a panel discussion on 29th of January 2015 on sport as a means of social development. Social workers, sport teachers and sociology students from Addis Ababa University and other NGOs who work with children will attend the panel discussion. The speakers will be experts from STB and other NGOs who are doing social work through sport. The last event related to the jubilee will be on 31st of January, when the final closing ceremony of the 10th anniversary will be held. On this day, there will be different activities and speeches by invited guests and representatives of STB Ethiopia and Switzerland. In addition to that, STB kids will perform another drama play and recognition certificates will be presented to the partners. For this last ceremonial event we are currently inviting representative partner organizations from government offices, NGOs and schools, former STB staff members, STB children and their families.

STB also wants to use the celebration to recapitulate 10 years of experience that have shown, that sport can be a valuable tool to understand street children, provide them with necessary support and teach social skills. In the face of those achievements we would like to thank our current supporters and invite future supporters to become a part of our efforts.

Arriving in Addis Abeba and Sport – The Bridge

My name is Manuela, I am 34 years old and I am a trainee from the Lindenhof hospital located in Bern. Around ten days ago I arrived in Addis Ababa and already experienced so many things that I can’t tell everything here.

When I arrived I was overwhelmed by the way people live in the city of Addis Ababa. You can see kids and elderly people sleeping on the streets or begging for some money. The streets around our guesthouse are not plastered so there is a lot of dust or mud when it is raining on the way from the house to the compound. The houses in our neighborhood are mostly constructed out of corrugated iron or plastic sheets. The people are friendly and open and they call us “ferenschii” all the time. That means foreigner. For me all these impressions in the city are so different from the living in Switzerland that I am in a sort of a cultural shock at the moment! But all that doesn’t mean that I don’t feel comfortable at all. The people on the street and especially the staff from Sport The Bridge made me feel welcome in this town where the trucks drive next to a donkey both loaded with a lot of stuff.

donkeys

As I said people on the streets treat us foreigners with a lot of respect even when you don’t understand a word of Amharic. As I was able to see, their dealings among themselves is characterized by a lot of respect while they greet each other. All that made it easy for me to accomodate.

In the first week I was able to join the staff retreat from Sport – The Bridge. It was an amazing experience to spend the day with all the friendly people and was a great opportunity for me to get to know each one of them better. First we drove through Addis Ababa but after a short time and a police control we headed to a place called Portuguese bridge. We drove through little villages covered with bushes. The houses were mostly built round out of mud. For me it was the first time out of Addis so I enjoyed the view of the countryside very much. The place itself is worth a visit as well. There is a waterfall heading to a valley which is amazing! I never saw a place like that before. Suddenly a horde of monkeys came down the hill really fast and scared quite a bit! ;-) After that interruption we had lunch and a coffee ceremony which was also disturbed by a few buzzards. They were attacking the people who were eating from the air and a few of us were looking for shelter in a hut. Then the actual retreat began. There were a lot of discussions going on….even political issues were talked through. After that they installed big speakers and the fun part began with some local beer and a lot of dancing. They taught us “ferenshiis” how to dance to abeshan music and wanted us to teach them Macarena!! It was good fun. When the sun went down we got into the buses again and drove back to Addis with a lot of singing and dancing in the bus. To be honest in my imagination I had several car accidents on that ride, because the traffic here has very different rules than in Switzerland.;) Luckily we arrived home safe and tired.

P1080598

After the staff retreat I learned how to value “normal things” like electricity, flowing water and to have a washing machine. We were out of water for 5 days. Luckily my roommates were properly prepared for an incident like that. Thank you Moïra and Beni.

After all I realized that living simple like here in the guesthouse in Addis Ababa is possible and not that bad at all, because you get to appreciate the small things in life much more.

retreat

Aim of Counseling in STB Ethiopia

Report from Lastawusih Takele (counseling psychologist), September 2014

Hello!

My name is Lastawusih Takele. I am a psychologist in Sport – The Bridge Ethiopia under the health department. I have been working in the program for more than 5 years. Until now I was an active visitor to this blog but now I am coming to be a participant. The following writing is my fist participation to the blog; I hope the reader may find it informative; I wish a very nice stay!

It was January 01, 2013 at 02:00 pm. My office knocked by somebody else while I was working on my computer. Consequently, I rose up my neck and watched out to the door; a boy whom I guessed 12 years old stood out. I drop my work and allowed him to get in, seat and ask me any service he may wants…. He got in to and say hello with the culturally respectful manner for elders …. He stared on the ground and stayed silent for a while and started to talk to me. “….am hear coming to tell you something and get help. (… little pause…) I tried by myself many, many times but I couldn`t. “He Said with the feeling of frustration. He continued his talk, “one of the teacher and my friends were recommended me to visit you when I shared my feeling to them”. ….. Then I said”… you mean you want psychological support?”
With little confusion, he replied to me that “Yes! I want to quit using drug and be strong as I was before and I want to control my feeling of aggression”. He felt eager to do what he really wants within one night. He did really expect something miracle from one coarse of contact with the counselor. Nonetheless, after I provided him certain information about what counseling and the counseling process is, his thought of expecting something miracle from the process has gone away and finally he successfully achieved his goal from the counseling.
Currently the child is 15 years old. He is living with his mother, step-father and his two sisters in the country side which is around six hundred kilo Meters from Addis Ababa. From his time of integration, we sometimes contacted with telephone. Till now what really I couldn`t forget he told me through telephone is that “…..teacher before, when I think about gifts, only Money was immediately coming to my mind. But my stay in STB, gave me a lot of insight about the choice of gifts to please others. I understand the power of love and respect as it is equivalent to something to eat and drink. From you and from others what I recognized is this……..thank you teacher! I feel always surprised on my current life. I didn`t think even for a second that I may again join and live with my family”. (Whisper…)

Most of the times, in our country people are finding ways of dealing with such problem in living by talking with family, friends, neighbors, priests or non-counseling professionals. Though their advices are insufficient, street children are even more restricted to their friends in dealing their living problems. However, some of the problems may not be expressed as well because they may let them embarrassed or shamed if they are tolled for others. Hence, counseling is a really useful option at this moment. Therefore STB has been providing this opportunity to the children with a professional counselor. Counseling can provide a lot of opportunities for the kids and their parents.

Though the goal of counseling varies from one psychological approach to others, most counselors agreed on some areas, as a general goal to be achieved in counseling arena. However, even from these goals, STB is also selective enough based on the rationale of its general philosophy and need of its beneficiaries; let us see them:

The aim of counseling

  • Insight: This tells us in the counseling process, the child/children acquired an understanding of the origins and development of emotional difficulties, leading to an increased capacity to take rational control over feelings and actions. The above child got insight to his drug and aggressive feeling and behavior and got control over them.
  • Relating with others: Through counseling the child or children is/are better able to form and maintain meaningful and satisfying relationships with other people: for example with their family. Bear in mind what Tadios (in the above case; his real name is changed) said “….I feel always surprised on my current life. I didn`t think even for a second that I may again join and live with my family”.
  • Self awareness: At the beginning, Tadios was not aware of his blocked or denied thoughts and feeling. But fortunately, through the counseling process, he could able to realized them and even he also developed a more accurate sense of how self is perceived by others (counselor, other staff and his friends and family)
  • Self – acceptance: Most of children are highly vulnerable to self rejection and criticism.Hence, the counseling service is providing opportunities for the child/children to develop positive attitude towards self, marked by an ability to acknowledge areas of experience that had been the subject of self criticism and rejection.
  • Self-actualization or individuation: Tadios was flouting with the conflicting parts of self. On one side he finds himself as a person who wants to follow his religious and traditional norms but he was actually acting in the contrary. On the other hand, though he knew he has a lot of potentials and interests in his academic career, he found himself where he couldn`t meet his potentials and interest. He denied his identity including his name and religion and traditional norms. Though he is actually a Muslim follower, he communicates others as he is Christian and gave Christian name for himself. Hence, the counseling aimed at moving the child to the direction of fulfilling potentials or achieving an integration of previously conflicting parts of self.
  • Problem solving: Finding solution to specific problem that the child/or children had not been able to resolve alone. Or it means acquiring a general competence in problem solving. Tadios got assistant of competency to move to the direction of controlling his drug and aggressive problems.
  • Acquisition of social skills: Learning and mastering social and interpersonal skills such as maintaining ”eye contact”, turn-taking in conversations and assertiveness or anger control. This aim of counseling was successfully achieved with the counseling relationship with Tadios.
  • Cognitive and behavior change: The modification or replacement of irrational or maladaptive thoughts patterns and behaviors. Tadios was thinking that he is useless and nobody likes him; as a result he used different drugs and aggressively reacts to others as coping mechanisms. Hence, in the counseling process this thought and behaviors were replaced by other constructive ones.
  • Empowerment: working on skills awareness and knowledge that will enable the children and their parents to take control their life.
  • Psycho education: Counseling enables the client to acquire ideas and techniques with which to understand and control behavior.

So, whenever one or the other aims of counseling achieved after my counseling relationship, I always feel happy and confident, however, honestly speaking to reach on this/these goal/s is not an easy task because of different factors. May be in my future writings I will point outs these factors. See you until then.

Lastawusih Takele (counseling psychologist)