Die sozialen Werte des Sports

 Saskia von Greyerz, August 2015

Seit mehr als zehn Jahren baut das Resozialisierungsprogramm für Strassenkinder in Äthiopien auf der sport-pädagogischen Methodik des KRAFT-Modells auf. Zeit, sich wieder einmal die Methode und deren Entwicklung etwas genauer anzuschauen.

Das KRAFT-Modell wurde vom Vereinsgründer Stephan Zihler entwickelt und steht in seinen einzelnen Buchstaben für „Körper, Regeln, Akzeptanz, Fairness und Team“. Das Ziel der Methodik ist es, Kindern gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensformen (wieder) zu erlernen, die sie im rauen Alltag auf der Strasse abgelegt oder verlernt haben. Um eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe anbieten zu können, wird im Rahmen dieser Module ein realitätsnaher Bezug zum Alltag, die Flexibilität zur gesellschaftlichen Anpassung und die Möglichkeit zur Aktivierung des Klientel verlangt.

In den sportpädagogischen Lektionen innerhalb des Programms von STB in Äthiopien werden die Strassenkinder während einem Jahr fast täglich im Rahmen des KRAFT-Modells unterrichtet. Das Modell bietet in seinen fünf Bereichen eigens erarbeitete Spiel- und Trainingsformen an, welche in einem spielerischen Rahmen soziale Werte vermitteln. Diese ermöglichen es den Sportlehrerinnen und Sportlehrer, im Anschluss an jede Lektion, mit den Kindern und Jugendlichen den Transfer zum Alltag, zu den gesellschaftlichen Bedingungen und zu ihren individuellen Situationen zu schaffen.

Gruppengespräch nach einer KRAFT-Lektion

Gruppengespräch nach einer KRAFT-Übung

Diese Transfergespräche sind der zentrale Aspekt dieser Methode, weil durch sie eine Reflexion und somit eine Vertiefung des Erlebten stattfindet und die Entwicklung der persönlichen, inneren Haltung jedes Einzelnen unterstützt werden kann.

Während den letzten Jahren wurde das Modell laufend angepasst und wird innerhalb des Re-sozialisierungsprozesses von STB aktuell von vier Sportlehrerinnen und Sportlehrern angewendet.Tamiru, ein Sportlehrer von STB Äthiopien, stellt dabei fest: „Das KRAFT-Modell ist nicht mehr das, was es vor zehn Jahren einmal war. Die Struktur blieb erhalten, der Inhalt wird jedoch stetig und auf vielfältige Weise den verändernden Bedingungen angepasst und bedarfsorientiert weiterentwickelt.“

KRAFT-Lektion auf dem Trainingsgelände in Addis Abeba (Äthiopien)

KRAFT-Lektion auf dem Trainingsgelände in Addis Abeba (Äthiopien)

Als exemplarisches Beispiel erzählt er von einer aktuellen Adaption des Modells: Bereits Ende 2014 häuften sich Fälle, in denen Strassenkinder aus Addis Abeba einen neuen und sehr schädlichen Schuhleim schnüffelten. Dieser Leim ist in seiner Wirkung gefährlicher als die bisherigen Leime, weil er es ermöglicht, Emotionen stärker zu betäuben – bis hin zur Besinnungslosigkeit. Tamiru stellte mit grosser Sorge fest, dass durch die Konsumation des Schuhleimes die Zusammenarbeit mit den Kindern noch mehr erschwert wird und entschied sich deshalb im Januar 2015 das Modul „Körper“ zu erweitern und um eine Woche zu verlängern, um die Problematik zu vertiefen. Dabei setzte er in pädagogisch inszenierten Sportlektionen den Fokus auf den eigenen Körper, auf den Nutzen und die Gefahren von körperschädlichen Substanzen und führte zudem wichtige Transfergespräche, welche das Erlebte fassbarer machten und darauf hinzielten, Kraft aus sich selber zu schöpfen.

Tamiru (links) erklärt seinen Schülern eine KRAFT-Übung, Januar 2015

Tamiru (links) erklärt seinen Schülern eine KRAFT-Übung

Welche Bedeutung das KRAFT-Modell für die tägliche Arbeit im Projekt hat, erklärt Tamiru folgendermassen: „Das Modell, wie es uns Stephan Zihler gelehrt hat, soll im Kern der Arbeit flexibel bleiben, um so den Umständen gemäss reagieren zu können. Das Modell erlaubt es uns, die Arbeit den aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen entsprechend zu adaptieren und weiter zu entwickeln. Nur so kann eine nachhaltige Resozialisierung angestrebt werden, die stets im Wohle der Kinder agiert.“

Weitere Eindrücke von KRAFT-Lektionen im Programm von STB Äthiopien:

(Bilder von Lisa Meyer und Aurelia Golowin, Januar 2015)

Cooltour 2015

Beitrag von Thierry Graf

Ende Juli 2015 fand auf dem Campingplatz Eichholz in Bern bereits die siebte Durchführung des speziellen Sommerlagers „Cooltour“ statt. Cooltour wurde 2009 als Partnerprojekt durch den Verein Blindspot initiiert und Sport – The Bridge beteiligte sich auch 2015 an der Durchführung.

Cooltour 2015, Copyright by Blindspot

Cooltour 2015 (Copyright by Blindspot)

Die 76 Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung verbrachten eine spannende und intensive Ferienwoche mit selbst ausgewählten und trendigen Workshops, die sie aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen konnten. Die in diesem Jahr erreichte nationale Medienaufmerksamkeit bestätigt den nachhaltigen Erfolg des Lagers und motiviert uns, weiter im gesellschaftlich wichtigen Bereich der Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung engagiert zu sein.

Die Foto-Gallerie mit Impressionen vom diesjährigen Cooltour-Lager finden Sie unter folgendem Link: Cooltour 2015

Mehr Informationen zum Lager und zu Blindsport finden Sie auch hier:

NFC 2015

STB organisierte zusammen mit dem Swiss African Forum das interkulturelle Fussballfest “Nations & Football – The Cup” (NFC) zum ersten Mal als Grümpelturnier.

Am 25. Juli 2015 spielten Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten in sieben Mannschaften nicht nur um den Sieg, sondern sie spielten und begegneten sich auch, um gegenseitiges Verständnis und friedliches Zusammenleben zu fördern. Das „Team Algeria“ bezwang im Final – nach sechs technisch hochstehenden Vorspielen – die „Afghan Boys Bern“ und wurde als erster NFC-Grümpelturniersieger von zahlreichen Zuschauern bejubelt.

Unterstützt wurde dieser einzigartige Integrationsanlass durch den Anne Frank Fonds, die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, die Aids-Hilfe Bern, Otto’s Warenposten und die Migros. Präventionsarbeit vor Ort leisteten das “GGG-Fon – Aktion gegen Gewalt und Rassismus”. Herzlichen Dank an alle, die diesen Anlass finanziell, materiell oder mit ihrer Teilnahme unterstützten!

Team "Afghan Boys Bern"

Team “Afghan Boys Bern” (2. Rang)

Team "Algeria"

Siegerteam “Algeria”

The story about Melaku*, his process and the daily work in Sport – The Bridge

Beitrag von Céline Nadine Michel

I would like to visualize the work with street children, the difficulties, challenges, the future of them and the satisfaction of the work from the employees. All presents it by a biographic story from our street child Melaku who had been well reintegrated to his family in February 2015.

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Some personal dates about Melaku

Age: 13 years old

Family: Parents are alive, 2 brothers and 2 sisters

Place of residence: Harar

Duration of stay in Addis: Since 2012

Melaku lived three years alone on the street of Addis Abeba, he travelled to the city by mini bus, without any knowledge about Addis Abeba. He imagined a better life in the city than in his countryside region. Unfortunately the challenges started as soon as he arrived: no living place, any support from adults, just him-self and the street. So, he started to get in touch with other street children and he made some contacts, as well he got some bad influences from them. Melaku started Glue sniffing to protect himself from the coldness of the nights and to forget everything.

Two years ago his life changed, a Sport – The Bridge Staff worker picked Melaku up on the street and he started to join the project from Sport The Bridge.

Some statements from the Staff workers about the beginning challenges with Melaku

“Attention deficient, as a result of drug intoxication. Resistance in the form of being absent, coming late to the counseling sessions.” (Health Department Psychologist Lastawusih)

“Melaku did Glue sniffing throw the night so he did not sleep, the consequences on the Compound were, that he slept the whole day long. Especially on Monday he could not participate our hygiene program, for example when we negotiate him to wash his own clothes, he started to sleep on it.” (Health Department Nurse Sister Aselefech)

“To settle a goal with Melaku was very difficult, he did not attend our appointments and he could not express how his future could look like.” (Family Department Daniel)

General difficulties of the work with streetchildren from different aspects and Department workers

“The biggest challenge to work with street children is to get their trust and so that they don’t drop out from our Project after some days. Our main goal on the sportsfield is to teach them the KRAFT Module, we expect from our children a lot of concentration when we have our discussion times, for every child it is at the beginning very difficult to pay attention, to stay calm and as well to teach how important the positive behaviors are. The last difficulty after the reintegration to their family is, that they follow their families rules and not going back to the street of Addis again.” (Sport Department Teacher Girmay)

“Sometimes it is a challenge to cook for street children because you never know how many are coming to the Compound, we need to calculate everyday for how many people we should cook. There are the staff workers who are eating on the Compound, the street children, the street kids who are sick and need food for the evening and as well we are sometimes giving food out for our follow up children.” (Nutrition Department Elsa)

How Melakus process changed into a positive way

At the beginning of the work with Melaku it took everybody of the Staff workers a lot of energy, to get in touch with him, to get his trust and to show him better possibilities of life. The duration to reach the point of the reintegration was almost two years. A big process happened when Melaku came one day to the Compound with a hematoma on his head. Somebody on the street hit him by a stone. So there was a need to handle and Melaku had been treaten by medication. The decision from Sister was to put Melaku to the Shelter (a place away from the street where the sick child can recover). From now on, Melaku took everyday his medicine and he was away from the Glue, his physical and psychological health condition changed immediately. He started to follow the schedule of the Compound, he did not sleep anymore during Compound time and he could follow the program.

“One of Melakus strengths: He had a relatively strong perceived self-efficacy.” (Health Department Psychologist Lastawusih)

“He started to look strong for playing, he started to participate on daily hygiene program, his face looked happy, he could smile for some whiles, as well he went to eat without any disturbing.” (Health Departement Sister Aselefech)

“At eating time suddenly Melaku`s behavior for disturbing changed, he ate in a silent way and enjoyed his food. When he took Glue I could observe he had no interest for food even no appetite.” (Nutrition Department Elsa)

“I observed a physical process from Melaku on the Sport field as soon as he was clean from Glue and he slept in the Shelter, he started to be active and very strong on the sports field he was able to follow our sport activities”. (Sport Department Teacher Girmay)

“Melaku was suddenly interested in joining the meetings we had together and we could start to settle a goal for his future.” (Family Department Daniel)

February 2015, Melaku expressed the wish for going home

So, there is now the last step to do for the Staff workers, the Family Department workers planned the trip to Harar, Harar is 250 km away from Addis Abeba, for bringing Melaku back home to his mother, to his family and his social network.

Melakus Feedbacks about the Sport – The Bridge Project

“The reason for me to stop Glue sniffing is: I know now the side effects from it. My favorite lesions in the Sport – The Bridge project were Karate and painting. I can say, I learned from the sportsfield a lot about acceptance. For me the Shelter was a place to recover and have time for myself and at the end to get away from Glue. I am excited for going home, to see my siblings and family. “

About the reintegration in the view from the Family Department workers

“The reintegration with Melaku was good but also challenging, the kid was joining our project two years long, we could observe many behavioral problems and he was not able to tell us properly his family situation as well we did not know his address. There was no other option for us than to go to Harar and check the situation. When we arrived we were not able to find his mother, but as soon as we found her, we recognized that she was living with some other individuals and also she does not have any job, she lead her life by begging on the street. Then we were fried to convince the owner of a home to give them the chance to start a new life with their own home. Because in this situation, the mother was living as well on the street there was no possibility to reintegrate Melaku. Our solution was, to take them to the Kebele (which is the government office), there we have been told as soon as they get an identification card, they can rent a home. But without starting capital there is no hope, many phone calls we needed to help them and at the end we covered their rent for the next 6months and we bought for them some necessary materials like blankets, mattress, dishes and so on. For the future we were tried to advise his mother to start working to support her child and also herself. At the end the government gave us a positive response and they will help them for the future even for the rent as well for starting a little business.“ (Family Department Daniel and Syatayehu)

My wishes for Melaku

“Many things which are positive are all my wishes. For the short term: I wish to him to regain the strong positive relations with his family members and being able to stable at his home. I wish also his strengthen against rejection to the substance abuse. For the long term: I wish him to join formal school and enjoyed with the fruit of wisdom and knowledge, a competent and moderate person for others.“ (Health Department, Psychologist Lastawusih)

My satisfaction in my daily work

“I feel very happy if I see our street children with a smiling face and they are playing together and they can forget for some moments their challenges and their problems.“ (Health Department, Sister Aselefech).

“Since 14 years I am working for Sport The Bridge, I like and I choose the right profession for me, because the people are appreciate my cook, we do our best for a high quality, quantity and hygiene.“ (Nutrition Department, Elsa)

“When the children are feeling happy, we can support them to solve some problems, if they are satisfied with our service, that makes me satisfied and happy in my job.“ (Sport Department Girmay).

“The story about Melaku made us very happy, this is our daily work and this is one of the good examples which gave us mental satisfaction.“ (Family Department Daniel and Syatayehu)

Melaku

 

Challenges and solutions in providing counseling services in Sport –The Bridge Ethiopia

In the last article of mine under the title – aim of counseling; I promised to come back with some actual experiences. In that article I tried to discuss the aim of counseling from the perspective of Sport – The Bridge (STB). Here I would like to highlight on the major challenges I have been facing and the actual solutions I am using to deal those challenges in the provision of counseling services to the street children and their parents
It is obvious that in any activities challenge are inevitable to happen. Hence if to face a challenge is not a surprise, the main point is how to solve these challenge could be a major agenda. In my counseling service provision experiences for my clients, I have been facing so many challenges and got stress how to solve it accordingly. Here after I would like to point out some of the challenges I have been facing and the prospective solutions I have been following so as to deal it in the case of STB.
Dear readers, let you know that if you have any comment, please I appreciate to accept it. In addition to introducing my activities, the main objective of this article is to get some ideas which I couldn’t see yet; hence feel free to share your ideas.

The very infant nature of the profession of psychology in general and counseling service in particular
Psychology in general and counseling service in particular is an infant but a growing profession and service in Ethiopia. The significance of the counseling services is not as much known and with misconceptions by the general population as comparing to other professions and services. This reality was also becoming true in Sport – The Bridge’s collaborators (such as Family integration workers) and beneficiaries; especially at the beginning of my work experiences in the organization. Hence, easily accessing the counseling service has been a major challenge for the beneficiaries and collaborators. By realizing this challenge, I designed two important strategies so as to attract and sufficiently providing the service of counseling to my potential clients and achieving the main goal of counseling in Sport – The bridge.
The first one was to assess the level of understanding of the staff on psychology in general and counseling psychology in particular. Hence based on my assessment result, I have been prepared a continual training sessions so as to minimize the misconceptions and boost their awareness to the service and easily understanding the psychological concerns of the children. Based on these consecutive sessions, I found a sound result which I really want to achieve. The number of clients who are coming through referral system by the collaborators to the counseling service has been increasing from time to time; which could be my evidence that I could be successful from this strategy.
The second strategy was creating awareness both for the children and their parents as they could understand the service. After the children are selected and got stability in Sport- The Bridge, I always try to explain who I am, my profession and my services in the organization. I also have an opportunity in the tutorial class (1)  to promote and explain all my services to them. Hence just like the first strategy, I found also an encouraging results; the number of clients who are coming based on their will to the service increasing from time to time.
Drop out and/ absenteeism
Drop out and absenteeism is the major challenge both for the program of STB in general and my service provision in particular. Even though we do have a lot of experience to work with street children, it is still difficult for us to forecast that one child could stable until he/she maintain his/her and the organization’s goals. Suddenly in the middle of his/her stay in STB, he/she may drop out from the program b/s of many reasons. On the other hand, they may also be able to not follow the actual schedule for counseling when they are absent from the compound for a short while.
So, for the children who are absent in the compound, I try to continue my service provisions by rescheduling, as a compensation session for the actual schedule, while they are actually presenting again. The compensation sessions could be rescheduled after we had a discussion and common consent for it.
Resistance
Resistance in a professional way means an assumption that both a dispositional trait and an in-counseling state of oppositional, angry, irritable, and suspicious behaviors as a reflection of a client’s unwillingness to change and grow within counseling. So, in my experience with street children, most of the time, I have been facing resistance in the form of deliberately absent from the counseling session, unable to talk and suspiciousness to the growing counseling processes. Such kind behavioral manifestations are mostly observed by children who are ordered or referred by a third party to enter to counseling. Since they are not there of their own will, these clients are often reluctant to be there and can show very obvious resistance to the process. Hence to resolve this challenge I aware the collaborators on the necessary requirements before they are sending the children to the counseling. Based on their established relationship, the collaborators are aware of how to reach a common agreement with the children on the importance to go to the counseling services. Hence, the resistance is relatively loosened after the referral body wins the client’s consent to go to the service.
On the other ways my clients also show some sort of resistance to the emotional pain that change demands. Clients such as children with substance use problems can be unwilling and opposed to change even if it is what they desire, as change can be difficult, emotionally painful, or scary.
Lack of supportive environment
Because my clients lack supportive social and physical environment on the street, they may get little out come from the counseling service provision. Hence, to resolve this challenge, I always try to provide very clear and applicable techniques as a home work to be done outside of the counseling sessions. And as I recognized their source of social network is emanating from their friends on the street, I always searching ways from it. I use also STB’s shelter as an immediate solution for the rehabilitation purpose from their problems such as drug use problem and psychological trauma which they may face on the street.
Inappropriate physical setting for counseling service provision
Sport- The Bridge is running in a very crowded compound. So the counseling room is not situated far from the outside disturbances, which challenge the service to be accessed for a longer hours per a day. Hence to reduce this problem, I tried to recognize a calming time when I could provide the counseling service such as at the tutorial class (1)  time.

Dear reader, I hope now you got some kind of impression on challenges and the prospective measures taken in the provision of counseling service in the case of STB Ethiopia. I believe I will return back with other story in the near future. For the time being let me end up here. Thank u!!

 

By: Lastawusih Takele (counseling psychologist)

 

 

Tutorial Class (1) : The informal teaching and learning program which is running in every afternoon (from Monday to Friday) for the first year children of STB.

Projektaktivitäten von STB in der Schweiz – Volunteers gesucht!

Cooltour, 23. bis 31. Juli 2015

Das Ziel des Sommerlagers Cooltour ist es, Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen und somit Hemmungen und Vorurteile abzubauen. Dieses Camp wird von der Nationalen Förderorganisation Blindspot, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband sowie PluSport Behindertensport Schweiz durchgeführt und von STB durch persönliche Mitarbeit unterstützt.

Mehr Informationen dazu findest du auf www.cooltour.ch. Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie für die Mithilfe in der Infrastruktur suchen wir Freiwillige. Möchtest du als Volunteer mitwirken und Einblicke in ein schweizweit einzigartiges Sommerlager erhalten? Melde dich bei Thierry Graf für mehr Informationen, graf@sportthebridge.ch.

Nations & Football – The Cup (NFC) in neuer Form, 25. Juli 2015

Dank der Initiative des Swiss African Forums, dem Organisationspartner im Rahmen des NFC, wird dieses Jahr ein interkulturelles „Grümpelturnier“ durchgeführt. Neu werden sich Fussballerinnen und Fussballer aus aller Welt in Teams à je fünf FeldspielerInnen und eine/r TorhüterIn messen. Die Fussbälle werden auf kleinen Feldern inmitten der Stadt Bern gekickt, begleitet von einem attraktiven Rahmenprogramm. STB möchte sich nicht nur an der Organisation und Durchführung beteiligen, sondern auch ein Team stellen.

Wenn du Lust auf diese spezielle Fussballerfahrung hast, dann melde dich oder gleich dein ganzes Team bei info@sportthebridge.ch an.

Ethnopoly, Herbst 2015

Im Spätherbst wird in Bern wiederum Ethnopoly gespielt. Dieses Mal lernen Schulkinder nicht die ganze Stadt Bern, sondern die direkte Umgebung ihres Schulhauses mit dem Blick durch die „Migrationslinse“ besser kennen. Sie besuchen Migrantinnen und Migranten am Arbeitsplatz und Zuhause und lernen so Menschen, denen sie täglich begegnen oder dessen Spezialitäten und Ladenangebote bekannt sind, besser kennen. Dabei geht es darum, den Jugendlichen die Vielfalt von Migrationsgründen und Lebensweisen in der Schweiz aufzuzeigen.

Ab sofort sind freiwillige Organisatorinnen und Organisatoren gesucht, die gerne mit Menschen, Schulen und Quartierzentren zusammen arbeiten möchten. Bei Interesse melde dich bei Fabienne Glatthard, glatthard@sportthebridge.ch.

Vereinsversammlung STB 2015

Ankündigung:

Am Mittwoch, 3. Juni 2015, findet die ordentliche Vereinsversammlung von STB mit anschliessendem Apéro statt.

  • Wann: ab 19.00 Uhr
  • Wo: Firma EcoplanMonbijoustrasse 14, 3011 Bern (ca. 3 Gehminuten vom Bahnhofausgang “Welle” entfernt).
  • Dauer: Die Versammlung dauert ca. 1h, danach wird ein Apéro offeriert.
  • Anmeldung: unter info@sportthebridge.ch

Wir freuen uns darauf, Mitglieder und auch interessierte Nicht-Mitglieder an diesem Tag zu begrüssen, um gemeinsam das vergangene Vereinsjahr Revue passieren zu lassen!

Alle Vereinsmitglieder werden demnächst schriftlich eingeladen.

 

Hast du noch keine Vereinsmitgliedschaft, würdest aber gerne ein STB-Mitglied werden? Hier findest du die Informationen dazu: http://www.sportthebridge.ch/unterstuetzung/mitgliedschaft/

 

 

Football in Sport – The Bridge Ethiopia

Matthias Buser and Numa Francillon have been working as trainee in Addis for 3 months. They were involved in the Sport department activities.

Sport plays a key role in Sport – The Bridge. Many ball games are played on the sport field by the first year children. Out of all different games played, one has got more and more importance through the years, namely Football. Together with running, football is sport number one in Ethiopia. To be convinced just go once on Jan Meda area on a Saturday.

Football is found in many places of Sport – The Bridge. The first year children play it after the KRAFT lesson and have an intern “tournament” every Friday. The Sport department has now 3 football teams under the “coaching system”. Last but not least, the staff plays every Friday on Jan Meda and is part of the “health league”, a friendly championship in Addis.

Football and first year children

Sport pedagogy with the so called KRAFT module represents the center of the reintegration project. Many kind of sport are played during the first year children sport lessons. One of them is football. Children are playing football after the KRAFT lesson as a fun game. A small football tournament is organized for them every Friday. The children compete against each other following football rules. More than a few people say, the possibility to play is one of the convicing reasons for the childern to join the project.

First year children singing Ethiopia national anthem before the game

First year children singing Ethiopia national anthem before the game

“Coach system”

A couple of years ago, Sport – The Bridge Ethiopia has created some football teams for follow-up and community children. They give the opportunity to practice and play the game to more than 100 children. On the other hand, the football coaches obtain the possibility to be in contact with the children even after the reintegration. There are 3 teams, coached by Sport department teacher: The under 17 team, the under 15 and the under 13. The first two teams play in a tournament. The under 13 is not yet playing any regular tournament. Nevertheless, Sport – The Bridge Ethiopia have organized recently a tournament to give this team the opportunity to play. 10 teams from different organizations and areas of Addis Ababa have participated in this exceptional event.

Kick-off of U13 football-tournament, which was organized by Sport - The Bridge Ethiopia

Kick-off of U13 football-tournament, which was organized by Sport – The Bridge Ethiopia

Sport – The Bridge Staff team

Football passion is shared among staff member. They are playing every Friday after work. This is a non-missing event of the week. Furthermore, a team is playing in the “health league”, a friendly championship organized by the municipality. Different organizations are playing against each other every Sunday. This year the team lost the semifinal but got the third place by winning the last game of the season.

Sport – The Bridge Staff team ready to play the semifinal

 

Die Geschichte von Sinta und ihrer Familie

Beitrag von Céline Nadine Michel

Vor 4 Jahren lebte Abel* als Strassenkind auf den Strassen von Addis Abeba. Er glaubte an ein besseres Leben auf der Strasse und entschied sich, seine Eltern und sein Zuhause zu verlassen. Bei der Rekrutierung durch die Mitarbeitenden von Sport – The Bridge wurde Abel auf der Strasse aufgefunden. Ein Jahr lang besuchte er täglich das Projekt von Sport – The Bridge und die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter konnten schlussendlich seine Schwester Sinta* ausfindig machen. Sport – The Bridge begleitete Sinta und Abel bei ihrer Wiederannäherung. Heute leben die beiden zusammen und meistern ihre täglichen Herausforderungen gemeinsam. Abel besucht die Schule und arbeitet nebenbei als Süssigkeitenverkäufer und trägt somit zum gemeinsamen Einkommen bei. Sinta hat bei Sport – The Bridge eine Arbeitsstelle gefunden. Sie kommt täglich auf den Compound, um beim Geschirrabwaschen zu helfen und verdient somit ihren Lebensunterhalt.

Ich habe Sinta hochschwanger kennengelernt. Trotz der bereits weit fortgeschrittenen Schwangerschaft kam sie jeden Tag auf den Compound, um zu arbeiten. Ich sah sie stets mit einem Strahlen auf dem Gesicht und sie hatte keine schwangerschaftsbedingten Beschwerden. Eines Tages wurde Sinta auf dem Compound vermisst und hatte sich bei niemandem abgemeldet. Deshalb rief Mesfin (ein Sozialarbeiter von Sport – The Bridge) Sinta besorgt an und wir erhielten die freudige Nachricht, dass sie Zwillingsmädchen geboren hatte. Alle seien wohlauf und sie werde bereits am nächsten Tag aus dem Spital entlassen. Mesfin vereinbarte mit Sinta, dass wir sie noch diese Woche besuchen durfen. Drei Tage später wurden wir von Abel auf dem Compound abgeholt und zu Sintas Wohnung begleitet. In einem kleinen, finsteren Raum mit einer Bank, einem Bett, einem kleinen Herd, umgeben von allen Nachbarskindern, der Besitzerin des Hauses und einer Katze, wurden Mesfin und ich äusserst liebevoll empfangen. Sinta sah ziemlich müde und erschöpft aus, hatte jedoch ein grosses Strahlen auf dem Gesicht sagte, dass sie überglücklich sei. Die beiden kleinen Mädchen, in ein dünnes Tuch eingewickelt, schliefen zufrieden neben ihrer Mutter. Wir überreichten unser Mitbringsel und teilten Sinta mit, dass Sport – The Bridge die Wohnungsmiete für die nächsten drei Monate übernimmt. Voller Dankbarkeit wurden Mesfin und ich mit Umarmungen überschüttet. Sinta bat uns, für die beiden Mädchen Namen zu wählen – aus Wertschätzung für unsere Geschenke. Wir wählten zwei schöne Namen aus. Die Erstgeborene machte einen guten, vifen Eindruck und war auch sehr aufmerksam. Die Zweitgeborene war ein zartes und feines Persönchen, ihre Gelbsucht war deutlich erkennbar und sie machte einen schläfrigen Eindruck. Sinta erzählte mir, dass die kleinen zur Zeit noch sehr müde seien und sich selten meldeten, um an der Brust zu trinken. Desweiteren habe sie noch kaum eine Veränderung in ihrer Brust (Brustdrüsenschwellung/Milcheinschuss) verspürt, deshalb sei das Saugen an der Brust für die beiden noch sehr anstrengend. Sinta erzählte weiter, dass sie vor der Geburt keine Schwangerschaftsuntersuchungen hatte und es für sie eine riesengrosse Überraschung gewesen sei, dass sie Zwillinge geboren hat. Desweiteren wusste Sinta nicht, in welcher Schwangerschaftswoche die Kinder zur Welt gekommen sind.

Die Situation ging mir sehr nahe. Mir schwirrten alle Risiken, die bei einer Frühgeburt bestehen, im Kopf herum. Vor allem machte ich mir Sorgen um die Erstgeborene mit Gelbsucht. Zu meiner Beruhigung hat die Familie ein sehr gutes soziales Netz, sie werden fürsorglich von der Besitzerin des Hauses und von ihren Verwandten umsorgt. Leider ist der Vater der Kinder seit der Schwangerschaft verschwunden. Sinta ist äusserst dankbar für die Unterstützung der Sport – The Bridge-Mitarbeitenden und sie weiss, dass sie von ihnen jederzeit Hilfe anfordern kann.

Nach einer Weile verliessen wir die Familie, einerseits mit einem Glücksgefühl, andererseits voller Besorgnis um die Mädchen. Ich habe mit Mesfin vereinbart, dass wir in engem Kontakt bleiben und ich sie ein weiteres Mal besuchen werde. Mesfin rief bald darauf bei Sinta an und erfuhr, dass Sinta genügend Milch hat, die beiden Mädchen sich regelmässig zum Trinken melden und auch die Kleinere mehr Energie hat. Ich war äusserst erleichtert über die erfreuliche Nachricht.

Eine Woche später folgte bereits ein weiterer Besuch von Mesfin und mir und mein Eindruck von der Familie hat sich sehr verändert. Ich habe einige Untersuchungen sowohl bei der Mutter als auch bei den Mädchen vorgenommen. Ich konnte ein schönes und gesundes Mutter-Kind-Beziehungsbild erkennen. Ein strahlendes Mami, zwei frühgeborene Mädchen, welche bereits an Gewicht zugenommen haben, sich zum Trinken melden und mit viel Liebe und Hingabe von der gesamten Familie umsorgt werden, stimmen mich positiv.

Meine Denkweise hat sich seit der Geschichte von Sinta und ihrer Familie verändert. Das Urvertrauen in die Natur und in den Mutterinstinkt helfen dabei, dass die frühgeborenen Zwillinge gesund heranwachsen, auch ohne das sofortige Eingreifen in die Mutter-Kind-Beziehung von aussen.

Desweiteren möchte ich mit dieser Geschichte aufzeigen, dass die Unterstützung durch Sport – The Bridge neben den Strassenkindern auch deren Familien zugute kommt. Eine erfolgreiche Reintegration von Abel bei seiner Schwester kam dank Sport – The Bridge zustande. Die Arbeit von Sport – The Bridge ist weitgefächert und es benötigt sehr viel Engagement, Flexibilität und psychische Belastbarkeit der Mitarbeitenden, um viele unterschiedliche Geschichten verarbeiten zu können. Grossartige Arbeit wird hier vor Ort in Addis Abeba geleistet und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, einen Einblick in dieses Projekt zu erhalten und meine helfende Hand anbieten darf.

*Aus Datenschutzgründen wurden die Name geändert.

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Informationsveranstaltung von Sport – The Bridge

Lyliana und Fikirte, die Programmmanagerinnen des Projekts «Äthiopien – Sport baut Brücken» haben am 28.4.2015 als Teil ihres 10-tägigen Aufenthalts in der Schweiz an einem Infoanlass im Goju Kan in Bern über ihre Arbeit vor Ort in Addis Abeba berichtet. Viele Interessierte haben den Weg ins Goju Kan gefunden und aufmerksam ihren Ausführungen gelauscht.

In Äthiopien gibt es zwischen 100’000 und 200’000 Strassenkinder, zirka 50’000 bis 60’000 davon leben in Addis Abeba. Etwa 70% dieser Kinder stammen von ausserhalb von Addis Abeba. Sie tauschen ihr Zuhause meistens aus Armutsgründen, wegen Drogenmissbrauch oder sexuellem Missbrauch gegen das Leben auf der Strasse aus. In Addis Abeba kümmern sich 4 NGOs um die Probleme der Strassenkinder. Nur Sport – The Bridge arbeitet mit einem sportpädagogischen Ansatz, anhand dessen sie den Kindern soziale Fertigkeiten beibringen, die sie brauchen, um sich in die Schule und die Familie zu reintegrieren. Dies ist auch einer der Punkte, weshalb Erik Golowin, der Gastgeber an diesem Abend und ein Unterstützer der ersten Stunde, von der Arbeit vor Ort begeistert ist.

Erik Golowin erzählt, warum er STB unterstützt

Die Sportpädagogik begleitet ihn schon das ganze Leben und stellt ebenfalls einen wichtigen Berührungspunkt mit dem Projekt dar. Erik war schon oft in Addis Abeba und ist immer wieder überwältigt von dem Blumenstrauss an Emotionen, den er dort durchlebt. Er betont, dass er von einem Äthiopienbesuch jeweils voller Energie in die Schweiz zurückkehrt. «Ich erhalte dort von den Menschen etwas, das nicht greifbar ist», meint er und berichtet von dem schwierigen Umgang mit der Armut und den schönen Begegungen mit den Menschen und den kulturellen Eigenheiten.

Die Besucherinnen und Besucher nutzen an diesem Abend die Gelegenheit, Fragen an Lyliana und Fikirte zu richten. Diese geben professionell Auskunft über die Rekrutierung der Kinder, die psychologische Betreuung, über den Umgang und die Aufarbeitung von Missbrauch an den Kindern und die Wiedereingliederung in die Familien.

Zudem schildern Lyliana und Fikirte an dem Beispiel von Bruke, wie mit den Kindern gearbeitet wird. Bruke kommt aus Südäthiopien und lebte auf den Strassen von Addis Abeba.

Wenn Bruke am Morgen auf den Compound von Sport – The Bridge kommt, wäscht er sein Gesicht und seine Hände, bevor es Frühstück gibt. Bruke muss sich zuerst wieder daran gewöhnen, Frühstück zu essen, weil er das gar nicht mehr kennt. Davor spielt er Ping-Pong und Volleyball. Nach dem Frühstück wechselt Bruke seine Strassenkleider gegen Sportkleider und macht sich mit den anderen Kindern und den Sportlehrern auf zum 5 Minuten entfernten Sportplatz. Nach einiger Zeit im Projekt entdeckt das medizinische Team, dass Bruke an Tuberkulose leidet und dringend medizinische Betreuung braucht. Das Team schlägt ihm deshalb vor, die notwendige 8-monatige Behandlung unter der Aufsicht von Sport – The Bridge zu machen und während dieser Zeit das Projekt zu besuchen. Bruke entscheidet sich aber dafür, nach Hause zu seiner Grossmutter zu gehen. Also kontaktieren die Mitarbeitenden seine Grossmutter, das Spital vor Ort und organisieren Brukes Behandlung sowie die Sicherstellung seiner Ernährung und entlassen Bruke in die Obhut seiner Familie.

Hinten: Foto von Bruke mit seiner Grossmutter

Hinten: Foto von Bruke mit seiner Grossmutter

Nach etwa zwei Monaten ist ein Sozialarbeiter von Sport – The Bridge vor Ort, um einen anderen Jungen in seine Familie zu integrieren. Bei diesem Anlass nimmt er die Gelegenheit war, um nach Bruke zu sehen. Er findet heraus, dass Bruke regelmässig Tej trinkt, ein äthiopisches alkoholhaltiges Getränk. Bruke kann aber überzeugt werden, dass das für seine Genesung nicht gut ist. Die Mitarbeitenden von Sport – The Bridge bleiben auch nach diesem Besuch in Kontakt mit Bruke und rufen seine Grossmutter an, um zu erfahren, wie es ihm geht. Bis jetzt scheint sich Bruke gut zu erholen und freut sich über den Erdnussbutter, den er durch Sport – The Bridge kennen- und lieben gelernt hat.

Wir freuen uns sehr, dass Lyliana und Fikirte eine gute und arbeitsintensive Zeit in der Schweiz verbracht haben und nun gut wieder zu Hause angekommen sind.