Earth hour – eine Kampagne des WWF’s welche auch wir unterstützen möchten!

29. March 2012

Die FIFA unterstützt seit 2010 die Earth hour Kampagne und fordert alle Mitglieder der Football for Hope Bewegung, in der Sport – The Bridge seit 2010 mit dabei ist, auf ihr dies gleich zu tun. Mit dem Ziel auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen werden am 31. März 2012 die Lichter auf der ganzen Welt um 8:30 pm für eine Stunde ausgeschaltet!
Tut dies gleich, unterstützt die Kampagne und setzt ein Zeichen als Sport – The Bridge Mitglied, dass wir in dieser Welt etwas verändern können!

Mehr Infos unter www.earthhour.org

Danielas Projekt bei Sport – The Bridge in Addis Abeba

27. March 2012

Hallo zusammen, ich bin Daniela und es wird Zeit, dass ich mich hier mal zu Wort melde.
Zurzeit arbeite ich als Trainee im Programm „Sport Builds Brigdges“ Ethiopia. Hier erfahre ich die verschiedenen Bereiche des Programms für die Reintegration von Strassenkindern Addis Abbabas. Einerseits bei der Arbeit mit den Kindern im Hauptprogramm, von denen viele zurzeit auf der Strasse leben und mit den Family-Workers auf die eine Lösung zur Integration in ihrer Familie hinarbeiten. Anderseits bei der Arbeit mit den ehemaligen Strassenkinder, die im Clubsystem-Programm aufgenommen werden, um sie und ihre Familien zu begleiten und eine erfolgreiche und nachhaltige Integration zu unterstützen. Für die Integration der Strassenkinder im Hauptprogramm sind viele Gespräche mit den Kindern über ihre Familie, über die Probleme zu Hause und ihre Wünsche für die Zukunft nötig, als auch Gespräche mit den Familien selbst. Manche Eltern sind kooperativ und freuen sich von ihren Kindern zu hören, wie beispielsweise im Falle der Mutter zweier Brüder, die ihr Zuhause ca. 200 km von Addis Abeba entfernt verlassen haben. Die alleinstehende Mutter arbeitet viel und ist wenig Zuhause, um sich um ihre beiden Söhne zu kümmern. Der ältere der beiden verliess das Zuhause als erster und machte sich auf den Weg in die Hauptstatt. Nach zwei Monaten folgte der jüngere, um nach seinem grossen Bruder zu suchen. Wiedervereint schliefen die zwei zusammen ihn der Nahe des Stadiums, wo sie von STB aufgefunden wurden. Als die zurück nach Hause gebracht werden, weint die Mutter vor Freude. Jedoch ist die Willkommensfreude der Familien nicht bei allen Kindern so gross. Die Arbeit der Family-Integration-Worker gestaltet sich somit manchmal sehr schwierig und die Überzeugungsarbeit mit den Eitern, damit diese im Interesse ihrer Kinder handeln und für diese Verantwortung übernehmen, kostet viel Zeit und Geduld.
Einige Kinder im Hauptprogramm wurden im Laufe des Programmjahres bereits in ihre Familie integriert. Für integrierte Kinder vom Land, wie die beiden Brüder, und von anderen Städten des Landes endet an diesem Punkt die Teilnahme am täglichen STB Programm. Kinder, welche in Addis integriert werden nehmen, wenn die Eltern einverstanden sind, weiterhin am Hauptprogramm teil bis sie im neuen Schuljahr im September wieder eingeschult werden können.
Der zweite Teil der Integration findet in den öffentlichen Primarschulen statt. Entgegen meiner Erwartungen fallen “unsere” ehemaligen Strassenkinder, die mit Hilfe des STB Programms in ihren Familien integriert wurden in der Menge der Schüler der staatlichen Schulen auf den ersten Blick nicht besonders auf. Hier kennzeichnen die zu knappe Ressourcen der Familien die ausgetragene Schuluniform beinahe aller Kinder mit Löcher und Flecken. Der markante Unterschied ist weniger visuell sondern an der Verhaltensweise der Kinder erkennbar. Die integrierten Strassenkinder sind von ihrem zurückgelassenen Leben auf der Strasse geprägt. Wie man miteinander umgeht, die Sprache und Ausdrucksweise, eine geordneten Tagestruktur zu folgen, sich an Regeln zu halten, regelmässiges und pünktliches Erscheinen – all dies sind Werte und Verhaltensweisen welche auf welche sie während dem sie auf der Strasse leben in STB mit Hilfe der Sportpädagogik geübt werden.
Es ist jedoch sehr schwierig für die Kinder ihr Leben auf der Strasse ganz hinter sich zu lassen und auch Anschluss an den Schulstoff zu finden. Einige der Kinder waren bereits eingeschult und haben teilweise einige Jahre mehr oder weniger die Schule besucht, sind aber spätestens seit sie auf der Strasse leben nicht mehr an einer Schule. Andere, vor allem jüngere Kinder, waren noch gar nie in der Schule. Um den Schritt zurück in die Schule zu erleichtern, hat STB seit dem letzten Jahr für die Strassenkinder ein Literacy-Programm neben dem Sportprogramm während des ganzen Jahres eingeführt. So können die Kinder nicht nur daran erinnert werden, was sie in der Schule mal gesehen haben, sondern auch neue Sachen dazulernen. Das STB-Staff lehrt den Kindern Amharisch, Mathematik und Englisch mit dem Ziel, dass im Oktober (wieder)-eingeschult werden können. Daneben stehen auch Malen und Gesundheitserziehung, welche sie über Hygiene, Risiken und Krankheiten aufklärt, auf dem Stundenplan des Literacy-Programm.
Dennoch stellt für die bereits integrierten Kinder, welche im Club-System Programm der regelmässige Schulbesuch eine grosse Herausforderung dar. Zum einen sind sie auf der Seite der Familie verpflichtet, helfen Zuhause mit und arbeiten beispielsweise als Taxibegleiter, als Träger auf dem Markt oder sammeln Metall, um ihr schmales Einkommen zu verbessern. Zum anderen kommen die schulische Gegebenheiten und die Athmosphäre dem Interessen der Kinder wenig entgegen. Ab der ersten Klasse besuchen sie strickt nach Schulfächern getrennten Unterricht, welcher hauptsächlich in Form von Frontalunterricht abgehalten wird. Integrativer und themenorientierter Unterricht ist hier nicht üblich. Jeden Morgen sind für die Schüler erstmal drei einander anschliessende solcher Lektionen angesagt, bevor sie endlich in die Pause dürfen. Stillsitzen, zuhören und repetieren ist der einzig angebotene Weg zum Schulerfolg. Da wundert es mich wenig, dass die Kinder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und beim zu lernenden Schulstoff zu bleiben. Die Schule wird als mühsam empfunden und der Schulstoff ist mit negativen Emotionen verbunden. Insbesondere das Stillsitzen fällt den Kindern schwer, waren sie doch in ihrem Leben als Strassenkinder immer in Bewegung und frei unterwegs wohin sie der Tag gerade hintrieb. Die Gestaltung des Unterrichts und die Betreuung des einzelnen Schüler seitens der Lehrer ist wegen der riesigen Klassen (in einer Klasse sind 70 und mehr Schüler!) schwer bis unmöglich. Viele von ihnen haben den Faden längst verloren, ohne dass es gross auffällt. Mit der fehlenden Freude am Lernen, Frustration wegen der Misserfolge wahrend des Schulunterrichts schwindet auch das Interesse und die regelmässige Anwesenheit der Schüler, sie gehen Arbeiten oder weilen auf der Strasse, um vor der Frustration und Langeweile im Schulzimmer zu fliehen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf ihre Schulleistung aus. Bei den Lehrern stossen sie mit ihrer Absenz und auffälligen Verhaltensweisen oftmals auf Unverständnis. Sie brauchen dringend Unterstützung, welche ihre Eltern ihnen nicht geben können, da diese meist gar keine Schulbildung haben. Das Familiendepartement von STB arbeitet nicht nur mit den Familien sondern besucht wöchentlich die Schulen der Kinder um deren Präsenz zu ueberprüfen und den Kontakt mit den Lehrern zu suchen. Den ehemaligen Strassenkindern wird im Rahmen des Club-System neben dem Sportprogramm zusätzlich die Möglichkeit geboten, nach der Schule zu STB zu kommen und in der dafür eingerichteten Bibliothek selbständig ihre Hausaufgaben zu erledigen, und zu lernen. Sie können bei Fragen den anwesenden Lehrer zu Hilfe bitten. Dieses Angebot wird rege genutzt, wenn sie kein Sporttraining haben, sind meist über 20 Kinder anwesend, jedoch ist die Konzentration nach einem langen Schultag oft nicht sehr gross und die Effektivität der investierten Zeit gering.
Mein persönliches Projekt setzt an diesem Punkt an, den Kindern, welche das Bibliothek nach der Schule wird Angeboten, sie in ihrem Lernprozess zu unterstützen um ihre Schulleistung in den Grundfächern Amharisch, Englisch und Mathematik zu verbessern. Die Kinder sind ausnahmslos am Projekt interessiert zurzeit haben 32 Kinder sich freiwillig an individuellen Tests in den drei Fächern unterzogen um ihre persönlichen Schwierigkeiten herauszufinden. Diese Kinder wurden anschliessend gemäss ihren Schwierigkeiten und Stärken in Lerngruppen eingeteilt, damit sie einander gegenseitig trainieren und verpassten Stoff aufholen können. Und nun geht’s ans Lernen, die Kinder sind gefragt ihre eigenen realistischen Ziele gemäss ihren Bedürfnissen für die Schule als auch ihren Interessen festzulegen, und zu überlegen wie sie daraufhin arbeiten können. Die Kinder sollten Raum haben ihren Lernprozess zu reflektieren und zu merken wie sie eine Sache am besten begreifen und anwenden können. Somit soll das Lernen zu einem neuen Erlebnis werden, dem keine fixen Grenzen gesetzt sind und durch welches gleichzeitig Kreativität und die Solidarität in der Gruppe gfördert wird. Aus STB-Ethiopia: Daniela Weber.

Bad geniessen und damit STB unterstützen?

20. February 2012

Diese Woche ist CharityWeek in allen 13 Lush-Shop Filialen der Schweiz. Wenn du diese Woche einen Twilight kaufst, geniesst du nicht nur ein entspanntes Bad, sondern du unterstützt damit Sport – The Bridge. Du unterstützt also gleichzeitig dich, die Freiwilligenarbeit und jugendliche Strassenkinder in Äthiopien.
Also, erst weitersagen, dann hingehen, kaufen und Bad genissen! Herzlichen Dank!

CharityWeek Produkt: Twilight Badekomet

Sport – The Bridge – eine weitere erfreuliche Geschichte aus Äthiopien

10. January 2012

Addisu, ein ehemaliges Strassenkind, welches seit Beginn von Sport – The Bridge in Äthiopien dabei ist und vielen vielleicht noch aus dem Bericht vom Schweizer Fernsehen bekannt ist, musste in den letzten Jahren einiges durchmachen.

Der Schritt weg von der Strasse gelang ihm nicht auf Anhieb, er gehörte lange zu den Drop-out-Kindern und Sport – The Bridge hatte nur unregelmässig Kontakt zu ihm. Als seine Mutter starb, erfolgte ein unerwarteter Wandel – Addisu war sehr betroffen, trug von diesem Tag an immer ein Foto seiner Mutter bei sich, kam jeden Tag ins Projekt und sorgte sich um seine zwei kleineren Brüder. Wenige Monate danach wurde bei ihm ein Herzfehler diagnostiziert. Die Chancen auf eine Genesung standen sehr schlecht, einerseits, weil eine Herzoperation in Äthiopien nicht möglich ist und andererseits, weil der Herzfehler als schwer heilbar eingestuft wurde.

“Save a child’s heart“ ermöglichte es aber, dass Addisu eine Operation in Israel erhalten konnte. „Save a child’s heart“ ist eine Organisation, welche herzkranken Kindern aus Entwicklungsländern eine Herzoperation ermöglicht. Ziel der humanitären Organisation ist es die Qualität der Behandlung für diese Kinder zu verbessern, welche in ihren Herkunftsländer keine Operation erhalten können. (www.saveachildsheart.org)

Nach der komplizierten aber am Schluss erfolgreichen Operation und der dreimonatigen Genesung in Israel kehrte Addisu nach Äthiopien zurück. Er nahm mit der Unterstützung von Sport – The Bridge eine Ausbildung als Hairdresser in Angriff. Der Schritt wieder zurück in der Heimat stellte sich jedoch nicht als einfach heraus, verschiedene Gründe führten dazu, dass Addisu sich sein Leben wieder auf der Strasse einrichtete. Die Gefahren bei Vernachlässigung der regelmässigen Einnahme der Medikamente konnte oder wollte er nicht einsehen.

Im Verlauf des letzten Jahres ist es Sport – The Bridge gelungen, wieder Kontakt aufzunehmen. Addisu wurde das Angebot gemacht, den Erstjahreskindern von Sport – The Bridge die Haare zu schneiden – was ihn motivierte, weiter zu kämpfen, indem er einer Aufgabe nachgeht und seiner Gesundheit Sorge trägt. Addisu kommt nun tagtäglich auf den Compound, schneidet den Kindern die Haare und unterstützt auch sonst die Mitarbeitenden in ihren alltäglichen Aufgaben. Nach der Arbeit geht er zudem in die abendliche Schule, um diese abschliessen zu können.

Die Geschichte von Addisu zeigt, dass es wichtig ist, einem Kind mehrere Chance zu geben –eines Tages sind Dinge möglich, an die man zuvor nicht geglaubt hätte! Der Weg, Kinder und Jugendliche in ihrer selbstständigen Entwicklung zu unterstützen, um ein Leben weg von der Strasse aufbauen zu können, erfordert viel Innovation und Intuition von Seiten der Betreuenden – und Geschichten wie diese sind es, für die sich dieser Aufwand lohnt und was die Arbeit von Sport – The Bridge einzigartig macht!

Mich hat es sehr berührt Addisu bei seiner Arbeit zu sehen, zu hören dass er wieder Fussball spielen mag und die Schule nachholt…dass er dies erleben kann ist dank all der Unterstützung, der einmaligen Hilfe von Save a child’s heart und allen Spenden die eingegangen sind für die Operationmöglich gewesen. Auf diesem Weg ein grosses Dankeschön!

Caroline

 

Gigathlon Ethiopia, Children Sport Event 2011

5. January 2012

After finishing Gigathlon Ethiopia children’s sport event, the 12 years street boy explain that  “We had came only for fun but the event challenged us a lot especially some drug user children were not able to finished the round”.  Similarly One 14 years girl from school said that “I like to do such kinds of games  especially riding Wheel but people discouraged me when I play at my village because they understand that the game is belong to boys only, but in this Gigathlon we all did boys and girls equally.”  Gigathlon is giving chance for all children with out the difference of sex, skill and background. It involves street children, school children girls and boys to play together.

2011 Gigathlon Ethiopia was held Dec.24 in Addis Ababa at big sport field, Janmeda, among children from street and school. The event was covers around 2km and combined four types of distance games which are familiar with Ethiopian kids. The participants were competing on the event by forming a group of four members. Based on the objective of the event different livelihood messages transfer during the event with different ways.

Regarding to the games the idea of Gigathlon Ethiopia has not to introduce new games for the children, rather to recognize the children traditional games and creativity in the big event. All games included in the event are familiar by all participant children. The event has given a big attention for the children thought and activities. Generally the objectives of the event are in one hand to transfer educational and health messages to participant children, in other hand to create especial sport and play event for all children to make fun.

During the event day street children had the chance to show their talent by presenting poem, drawing exhibition, messages and song of the new Gigathlon’s Anthem after trained for two weeks. The active and creative talents of participant street children have impressed other children and spectators.

All children had enjoyed on the event. They got at least one of their favorite games. Most of them except STB’s follow up program are for the first time to be part of this kind of children celebration.  All participated children approved that they learn different life values from the event like team work, fair play, striving to wine and etc. At the end all of them wished to be invited for the next year.

In this year event some new activities have happened, the two main ones were STB’s older club system boys were serving in the event as coordinators and the second one before one day of the event STB’s club system boys and parents of children cleaned the big sport field Janmeda where the sport event was held.

Zusammenarbeit mit dem Verein Pernova

16. December 2011

Skroove… bewegt Jugendliche in benachteiligten Quartieren

Im Juli 2011 wurde die Pilotphase von Skroove abgeschlossen und ausgewertet. Somit liegen die ersten Ergebnisse eines längerfristigen Projekts vor, welches vom Verein Pernova unter der Mitwirkung von Sport – The Bridge lanciert wurde.

Die gezielt durchgeführten Einsätze der „Skroovers“ an sozialen Brennpunkten haben deutlich gezeigt, dass mit entsprechenden Bewegungsangeboten das Interesse junger Menschen geweckt werden kann – es entsteht eine gute Stimmung, die von Alltagssorgen und Lebensfrust ablenkt. Interventionen von Skroove haben auf Jugendliche mit starken Aggressionen eine deeskalierende Wirkung. Eine Gruppendynamik mit gewaltbereiten Tendenzen wird aufgeweicht, so dass in der Regel eine Eskalation verhindert werden kann.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Pilotphase zeigen mögliche Wege auf, um die Effizienz der weiteren Projektschritte zu verbessern. Ein Schwerpunkt soll künftig bei der Vernetzung mit anderen Institutionen liegen. Weiter soll die Ausbildung der Skroovers ausgebaut werden, damit sie in der Lage sind, Interventionen mit der nötigen Sensibilität und Flexibilität umzusetzen. Es hat hat sich deutlich gezeigt, dass ein Abschluss in einem sozialen Beruf nicht die notwendige Voraussetzung für diese Aufgabe ist. Vielmehr soll ein praxisorientiertes Training realisiert werden, damit die Skroovers lernen, sich in verschiedene Situationen einzufühlen, sie zu beurteilen und geeignete Strategien für spontane Problemlösungen zu entwickeln. Mehr Infos zur Durchführung des Projektes (und in Kürze auch den vollumfänglichen Abschlussbericht) findet Ihr unter:

http://pernova.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=58

Für 2012 ist geplant, Skroove auszuweiten. Mindestens ein zusätzlicher Standort wird ausgewählt. Aktuell wird ein Handlungsmodell ausgearbeitet, das überall dort anwendbar sein wird, wo die Gefahr besteht, dass Jugendkriminalität und Gewaltbereitschaft ein bedrohliches Ausmass annehmen.

 

Projekt Bangladesch

In der zweiten Hälfte dieses Jahres hat der Verein Pernova eine weitere Projektidee entworfen, die in Bangladesch zum ersten Mal realisiert werden soll. Sie befindet sich bereits in der Entwicklungsphase für eine baldige Umsetzung:

Gemeinsam mit Sport – The Bridge Äthiopien wird Anfangs 2012 ein Ausbildungskonzept erarbeitet, das einen Know-how Transfer der Erfahrungen ermöglichen soll, die in Äthiopien auf der theoretischen Grundlage des KRAFT-Modells gesammelt wurden. Das Ziel dieses Konzeptes ist es, sozial- und sportpädagogische Kompetenzen zu vermitteln, die in einem beliebigen lokalen Projekt weltweit zur Reintegration von Strassenkindern angewendet werden können. Stephan und Simona Zihler, beides Vorstandsmitglieder des Vereins Pernova, waren im ersten Projektjahr von Sport – The Bridge in Addis Mitglieder des Leitungsteams – sie hatten unter anderem die Zusammenarbeit mit den lokalen Mitarbeitenden und Institutionen aufgebaut. Mit dem Knowhow Transfer von Äthiopien nach Bangladesch wollen sie nun einen weiteren Entwicklungsschritt realisieren. Die Idee von Sport – The Bridge, Resozialisierungsprozesse nach den pädagogischen und methodischen Richtlinien des KRAFT-Modells zu fördern, soll in jedem kulturellen Umfeld anwendbar sein. Das Modell orientiert sich an menschlichen und pädagogischen Werten, die in sämtlichen Kulturen und sozialen Schichten  relevant sind – unabhängig von religiösen oder ideologischen Vorstellungen. Mit diesem Projektschritt erhoffen sich die Verantwortlichen, einen wirkungsvollen Beitrag für eine künftige Inter-Entwicklungszusammenarbeit leisten zu können. Die Projektleitenden und Mitarbeitenden von Sport – The Bridge Äthiopien nehmen dabei eine tragende Rolle als Experten ein (direkter Knowhow-Transfer zwischen Äthiopien und Bangladesch).

Die Erfolge der letzten Jahre haben gezeigt, dass das Programm von Sport – The Bridge in Äthiopien innovativ und einzigartig ist. Umso wichtiger ist es, ein Konzept zu entwickeln, das Philosophie und mögliche Umsetzungsstrategien allen zugänglich macht. Wir sind gespannt auf die nächsten Projektschritte und die Weiterentwicklung der bereits erfolgreich aufgebauten Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen in der Schweiz und in Äthiopien.

Mehr Infos und Kontaktangaben findet Ihr unter: http://pernova.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=56&Itemid=63

Oder auf Facebook: www.facebook.com/PernovaVerein

„Pernova“ bedeutet „für etwas Neues“. Nach diesem Motto realisiert der Verein innovative und kreative Projektideen in Bezug auf soziale Problemstellungen. Wenn Ihr im Zusammenhang mit den beiden Projekten (Skroove und Bangladesch)  Bereiche seht, in denen Ihr Euch gerne engagieren möchtet, zögert nicht und meldet Euch bei Severine Friedli: severine.friedli@zihler.org


Trainee-Update from Addis Ababa

14. December 2011

I am here too! =O)

I think it is about time, that I make myself heard on this blog ;o). Jonathan has been doing a great job by updating you on our arrival, the first experiences and the new kids that are part of the “Sport Builds Bridges” project here in Addis Ababa. Now it is my turn to explain what I have been up the for the last two months.

Project Implementation – successful

Sustainability is writ large for Sport-the Bridge as well as for my personal project. The organization has been running its so called “Club System” for little more than one year. It is now the desire of the management to on the one hand enlarge the offer and to improve the quality of the football and the karate club on the other hand.
For the last six weeks I have thus been teaching so called life-skills through sports to “my older teenagers” (of about 15-20 years of age). I lead their warm-up and try to come up with some crazy ideas for drills and games which serve as a basis for a lesson on body, rules, acceptance (of the other and oneself), fair-play and teamwork. It is a lot of work but a lot of fun too. And speaking of acceptance – I am now almost one of them, which makes me really happy! The boys force me to do the activities with them, and find it quite funny to observe that I am usually the weakest person on the field – but it brings us closer together, which makes it worth to amuse “my boys”.
The second part of my project is to teach these youngsters English. Some of them have some knowledge and you can understand them quite well, but their spelling and structure of the sentences are usually quite bad – so yes, there is a lot to do! I teach them that there are different tenses, that a sentence is supposed to have some kind of a structure and yes, there are rules in English too! The main task is nevertheless to make them speak about different topics, such as sports, family, countries, food, etc. I really hope that someone will keep on teaching English once I am not here anymore, because I am convinced that for their personal future this will be more than just an asset!

The Great Ethiopian Run

I think I just had my best experience ever here in Ethiopia – a huge party which is called the Great Ethiopian Run. The task to fulfill is a 10 km run that you have to cover on foot in a red t-shirt together with the other 36.ooo runners who wear the same t-shirt! But let’s start at the beginning.
Of course Jonathan and I felt the urge to prepare ourselves for this big event. The Jan Meda sports-ground offers a great opportunity to run (away from the streets). The problem is just that due to the elevation (2.400m above sea-level) and the pollution, we usually drop half-dead after 4 km. But we still keep up our hopes that we will “go ab wie die Raketen” once we are back in Switzerland (we will keep you updated on this issue ;o).
Anyways, the mission was very clear for the 15 STB participants on competition-day: to get as much attention as possible! (zu Deutsch: Auffallen um jeden Preis!). We thus fabricated our own wigs out of old rice and sugar bags and sprayed them in the Ethiopian colors. We took about 1h40 to cover the 10 km dancing and sticking our heads into every camera possible. Mission accomplished – even Reuters interviewed us when we crossed the finishing-line!!! Jonathan and I were however the only ones who realized how important this TV-station is world-wide ;o). Anyways, to cut things short, after a day in the streets of Addis Ababa we were all dehydrated but overwhelmingly happy.

Merry Christmas to all of you,

Gabrielle

Mitarbeit im Projekt Nations & Football – The Cup

8. December 2011

Mit Hilfe des Sports Brücken schlagen zwischen Menschen und Kulturen ist das Ziel, welches Sport – The Bridge mit verschiedenen Projekten im In- und Ausland verfolgt. In Zusammenarbeit mit dem Swiss African Forum (SAF) organisiert Sport – The Bridge seit 2005 das interkulturelle Fussballturnier „Nations & Football – The Cup“. Die teilnehmenden Teams bestehen aus Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – dieser integrative Aspekt setzt ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Der Schwerpunkt wird dabei besonders auf Fairplay und das festliche Rahmenprogramm gelegt.

Am 30. Juni 2012 findet das Turnier bereits zum 7. Mal statt.

Wir suchen motivierte Leute für die Mitarbeit bei der Organisation und Durchführung dieses einmaligen Sportanlasses.

 

Was wir bieten:

  • Mitarbeit in einem motivierten Team, das sich aus Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammensetzt.
  • Einblick in eine international tätige NGO und in die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Institutionen.

 

Bereiche, für die wir Mitwirkende suchen:

  • Mitglied im Organisationskomitee
  • Verantwortliche(r) externe Kommunikation (Medienarbeit)
  • Organisation Rahmenprogramm
  • Fundraising
  • HelferInnen am Tag selber (Auf- und Abbau)

 

Nimm mit uns Kontakt auf wenn du

  • Interesse an gemeinnützigen, integrativen Projektarbeiten hast, gerne im Team arbeitest und Freude am Sport hast.
  • gerne Initiative ergreifst, kreativ arbeitest und flexibel bist.
  • bereit bist, spezifische Aufgabenbereiche zu übernehmen oder sogar im OK mitzuwirken (keine Erfahrungen oder spezifischen Vorkenntnisse erforderlich!).
  • bereit bist, monatlich ein par Stunden dafür zu investieren (ca. 5-15 Stunden, je nach Projektphase)

 

Interesse? Dann melde Dich doch bei golowin@sportthebridge.ch

 

Kampfkunst als Brücke – Facheinsatz in Äthiopien

7. December 2011


Ein Bericht von Sergej Golowin, Oktober 2011

Im Oktober 2011 reisten mein Vater, Erik Golowin, Aklilu Jinga und ich für mehrere Wochen nach Addis Abeba. Im Rahmen des Programms vom Verein «Sport-The Bridge» leisteten wir gemeinsam einen Facheinsatz mit Kampfkunstunterricht.

Disziplin, Kraft und mentale Stabilität sind erstrebenswerte Eigenschaften für die Menschen aller Kulturen. Das Programm von «Sport – The Bridge» umfasst verschiedene Sportarten, welche den Strassenkindern Äthiopiens helfen sollen, sich diese Eigenschaften anzueignen. Das Ziel ist ihre Wiedereingliederung in die Familie. Seit dem ersten Projektjahr (2005) sind Trainingselemente der Kampfkunst fester Bestandteil des Ausbildungskonzepts.

Die äthiopische Leitung von «Sport – The Bridge» hat anfangs Jahr beschlossen, ihr Angebot und ihren Wirkungsbereich zu erweitern. Einerseits soll die bestehende Nachbetreuung über das Klubsystem verbessert werden und andererseits ist geplant, Prävention als neuen Bereich aufzubauen. Zusammen mit Fussball ist Kampfkunst bei dieser Erweiterung ein ideales Instrument. «Sport – The Bridge» wird einen Karateklub gründen und als Mitglied in den Äthiopischen Karateverband eintreten. Auf diese Weise können Kinder, die das Programm absolviert haben, als Mitglieder des Klubs weiter trainieren und an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen. So bleibt der Kontakt zu ihnen erhalten und es entsteht ein tragfähiges Netzwerk, das den Prozess ihrer Integration langfristig unterstützt.

Während unseres einmonatigen Aufenthalts haben Aklilu und ich intensive Aufbauarbeit in die künftigen Kader des «Sport – The Bridge»-Klubs investiert. Der Aufenthalt von Erik beschränkte sich auf zwei Wochen. Er leitete die von uns gemeinsam durchgeführten Vorbereitungstrainings für die Gurtprüfungen im Karate. Diese fanden am letzten Tag vor seiner Abreise im eigenen Dojo von «Sport – The Bridge» statt. Eine Sportleiterin, drei Sportleiter und 22 Jugendliche, die bereits seit einiger Zeit im Klubsystem trainieren, erreichten erfolgreich die Stufen zum Orange-, Grün- oder Blaugurt. Ich freute mich über dieses Resultat und konnte miterleben, wie es die Motivation aller Teilnehmenden verstärkte. Das Ereignis ist ein wichtiger Schritt in der fachlichen Entwicklung der geplanten Erweiterung des Programms. In den folgenden zwei Wochen führten Aklilu und ich den Unterricht weiter, damit die neu gradierten Karatekas den erworbenen Stoff vertiefen und festigen konnten.

Ein weiterer Höhepunkt war die Durchführung eines dreitägigen Seminars für Trainerinnen und Trainer des Äthiopischen Karateverbandes. Dieser erste Event markierte den Beginn der angestrebten Zusammenarbeit zwischen «Sport – The Bridge» und dem offiziellen Landesverband. Mit Aklilus und meiner Unterstützung stellte Erik Trainingsmethoden des modernen Wettkampfkarate vor. Die Seminarteilnehmer des Verbandes waren begeistert von den Informationen und es wurde einstimmig beschlossen, dass die Kooperation zwischen den zwei Institutionen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. Für mich war dieser Einsatz eine Bereicherung: Wir konnten Know-how nach Addis bringen und im Gegenzug viele kostbare Erfahrungen machen. So wurde Kampfkunst für mich zu einer kulturübergreifenden Brücke zwischen mir und den Menschen, denen ich in dieser faszinierenden Kultur begegnet bin.

 

Karateprüfung der Mädchen

Karateprüfung der Mädchen

 

In den Kimonos (weisse Anzüge): Sergej und Erik, Aklilu (v.l.). Die Sportlehrer von STB (jeweils mit Urkunde in den Händen): Sisay, Tamiru und Girmay (v.l.)

 

Sergej und Erik Golowin mit Vertretern des Äthiopischen Karateverbandes

 

 

green, green, green

11. November 2011

Erstaunlicherweise ist Addis Abeba eine ziemlich grüne Stadt. Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, aber sobald man einige Schritte von den staubigen Hauptstrassen wegmacht, trifft man z.B. auf den allgegenwärtigen Eukalyptus Baum, sowie auf Palmen, Orchideen und andere exotische Pflanzen. Die Stadt liegt ausserdem eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft, welche um diese Jahreszeit (nach der Regensaison) in verschiedenen Grüntönen erscheint. Tatsächlich erinnert mich die Landschaft etwas an schweizer Hügelketten, denn auch hier sind die grünen Hügel mit bunten Feldern gespickt, auf denen verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. So sieht es jedenfalls momentan aus, denn schon bald wird die intensive Sonne der Landschaft eine andere Erscheinung einbrennen.

Nach mehreren Wochen in der Stadt haben wir einen Ausflug zum Mount Wenchi unternommen. Dieser erloschene Vulkan beherbergt einen See, welcher zusammen mit der Kraterlandschaft eine einmalige Atmosphäre schafft. Auch hier ist nach der Regensaison alles unglaublich grün und das Wasser klar. Eine willkommene Abwechslung zur staubigen Stadtluft. Dass die Reise zum Krater anscheinend eine beliebte Touristenattraktion ist, wird schnell klar, da sämtlich Kinder auf dem Land uns konstant um Kugelschreiber bitten. Ich gewöhne mich schnell an meinen neuen Übernahmen „Mr. Pen“ (da mir die Kinder ständig „Mister! Pen!“ nachrufen). Der Ausflug war jedoch sehr entspannend und hat uns (endlich) auch die wunderschöne Landschaft des äthiopischen Hochplateaus nähergebracht.

Zurück bei Sport-the Bridge in Addis haben die Projekte von Gaby und mir beide bereits die wichtigste Phase erreicht: Umsetzung. Viele schöne Ideen sind gut, jedoch zählt am Ende die Umsetzung und das dabei mit den Kindern Erreichte – oft eine etwas andere Geschichte.
Auf der Strasse leben die Kinder unter sehr unsicheren, ständig ändernden und stressigen Umständen. Sie sind daher in einem Zustand der Rastlosigkeit, wenn sie zu STB kommen und wissen oft gar nicht mehr wie es ist, konzentriert und ruhig auf einem Stuhl zu sitzen. Entsprechend schwierig ist es für sie, eine Klassenzimmer-Atmosphäre zu akzeptieren und beizubehalten. Wird eine Arbeit begonnen, werden sie schon nach wenigen Minuten sehr unruhig und sehnen sich nach Bewegung.
Dies ist eines der Hindernisse, welche wir in unseren Projekten ansprechen und meistern müssen. Als Entschädigung erhalten wir dafür wichtige und spannende Erfahrungen und am Ende eines grossen Lernprozesses vielleicht einige Erkenntnisse, wie in einem schwierigen Arbeitsumfeld aus einer Idee auch tatsächlich ein umgesetztes Projekt entsteht.

In unserer Wohnung wird die Küche rege genutzt. Zwar könnte man das Nachtessen durchaus jeden Abend in einem Restaurant geniessen (Hauptgang je nach Restaurant Standard CHF 1 – 5.-), aber in unserer Nähe ist die Auswahl eher begrenzt und zudem schätze ich die beruhigende und gemütliche Seite des Kochens sehr. Die Preise für die lokalen Lebensmittel sind aufgrund starker Inflation und Dürre im Süden des Landes ständig am steigen. Für schweizer Verhältnisse bewegen sich die Kilopreise für Kartoffeln, Tomaten und Bananen zwar auf einem extrem tiefen Niveau (zwischen CHF 0.30 bis 1.-), der lokalen Bevölkerung macht der starke Anstieg der Preise jedoch sehr zu schaffen. Immerhin ist die Verfügbarkeit der Lebensmittel in der Hauptstadt nach wie vor sehr gut und zu europäischen Preisen sind sogar sehr viele ausländische Produkte erhältlich (z.B. Nutella oder holländische Mayonnaise).

Liebe Grüsse aus Addis
Jonathan