Organisationswandel im Programm von STB in Äthiopien

Seit Anbeginn waren die Mitarbeitenden des Strassenkinder-Programms von STB-Äthiopien in verschiedene Departemente aufgeteilt: Sport, Familienintegration, Gesundheit, Ernährung und Infrastruktur. Für die einzelnen Mitarbeitenden hatte die Tätigkeit innerhalb des eigenen Departementes Priorität. Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Departementen war mit der gegebenen Struktur stets herausfordernd und gelang trotz diversen Anpassungen nicht zufriedenstellend. Für Lilyana Ahmed und Fikirte Shimelis, das Managementteam von STB Äthiopien, war dies der Hauptgrund für den Anstoss zur Reorganisation und Optimierung des Programms.

Neu gibt es keine Departemente mehr, sondern Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Funktionen, die bereichsübergreifend tätig sind. Um die Organisation und Führung des täglichen Geschäfts im Rahmen dieser neuen Struktur sicherzustellen, wurde die Stelle des Programm-Koordinators geschaffen. Nach einem umfangreichen Selektionsverfahren wurde sie durch Leoulseged Kassahun besetzt, der sich hier auf dem STB-Blog näher vorstellt: http://blog.sportthebridge.ch/my-engagement-within-stb/. Seine Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Projektentwicklungen und Prozessabläufe zu leiten. Dies umfasst einerseits die Führung des Betreuungsteams und andererseits die Koordination der Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen, welche Leistungen von STB empfangen. Das Managementteam konzentriert sich von nun an auf die Führung des gesamten Programms, die Administration, die Weiterentwicklung der Angebote und die Kommunikation gegen Aussen.

Diese neue Gliederung verschafft Klarheit in der Aufteilung der Kompetenzbereiche. Die Auflösung der Departements-Struktur und die Rolle von Leoulseged Kassahun ermöglichen mehr Flexibilität und Effizienz im Rahmen der bestehenden personellen Ressourcen. Auf diese Weise ist das Teamgefüge dynamischer und alle Teammitglieder können pädagogische Aufträge sowie mehr Verantwortung übernehmen. Mit geringem finanziellen Aufwand können die Leistungen für Strassenkinder sowie für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche erweitert werden. Neu besteht der Bereich der Prävention, der die Zusammenarbeit mit öffentlichen Schulen vorantreibt und als neues Programm zur Stabilisierung von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen dient, damit diese gar nicht erst auf der Strasse landen. Zudem wird der Bereich der Existenzsicherung aufgebaut, dessen Angebote sich an Jugendliche richten, die ebenfalls auf der Strasse leben aber schon etwas älter sind. Auf diese Weise wird einer erweiterten Zielgruppe Unterstützung auf dem Weg in die finanzielle Selbstständigkeit als junge Erwachsene geboten. Die dafür vorgesehenen Massnahmen sind zurzeit noch in der Entwicklungsphase.

My Engagement within STB

Article from Leoulseged Kassahun (Program Coordinator of STB Ethiopia)

Leoulseged Kassahun

Leoulseged Kassahun

To begin with, I am Leoulseged Kassahun, born in Addis Ababa 32 years back, married and currently my wife is expecting our baby. I have an MA degree in Counseling Psychology from Addis Ababa University and have participated in many different long- and short-term job trainings. I’ve got twelve years of work experience, of which I was teaching five years. The remaining seven years I worked at different local and international NGO’s as a social worker, program manager and as an executive director for a local NGO working for impoverished elders. This was the organization and position I worked for before joining STB.

Actually I know STB since I was collecting data for my MA thesis four years ago. My topic was the prevalence of psycho-social problems and the coping strategies of street-children. For this I selected NGO’s working with street-children in Addis Ababa, such as STB. By the end of last year, four years later, I applied for the job announced as coordinator of the program. Before I was chosen among the other participants, I was called in for a written exam and an interview. The competition was actually not easy, but after all I liked the way we were examined by the management of STB.

To me STB is special regarding the use of sport as main tool to support the sustainable development of disadvantaged children and their families who are affected by streetism. The KRAFT-model is a unique teaching strategy, which can be adapted to a variety of beneficiaries.

My responsibilities within STB are coordinating all the activities of child, youth and family care team and planning, monitoring and coaching team-building processes. I believe that I can share my experience in developing further to more effective and efficient accomplishments. For this I want to focus on the team building spirit and create networks with likeminded organizations.

At this place I want to express my heartfelt thanks for having this opportunity to work for STB Ethiopia.

 

Leoulseged Kassahun

Program Coordinator Sport the Bridge, Ethiopia

Ethnopoly 2016 in Bern

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29. April, halb neun Uhr, grüne und orange Ballone werden aufgeblasen, Schüler und Schülerinnen stecken aufgeregt ihre Köpfe über Stadtplänen zusammen, freiwillige Helfer und Helferinnen besprechen mit Lehrern und Lehrerinnen den Tagesablauf.

Der Startschuss zum interkultuerllen Begegnungsspiel Ethnopoly fällt um Punkt neun Uhr in der Aula des PRORGs. 200 Kinder aus Schulhäusern der Stadt Bern, der Rudolf Steiner Schule Ittigen und aus dem Solothurner Dorf Lütterkofen stürmen los, um einen Tag lang Migrantinnen und Migranten in deren Zuhause oder an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Zugleich öffnen auch Institutionen, die sich Migrations- und Integrationsthemen widmen, den Kindern die Türen und bieten einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Jeder dieser Postenbesuche wird mit Punkten belohnt. Am Schluss des Spieltages wird die Gruppe mit den meisten Punkten zur Siegerin gekürt.

Bereits zum sechsten Mal seit 2005 wurde somit unter der Trägerschaft von Sport – The Bridge (STB) das Begegnungsspiel Ethnopoly in Bern unter dem Motto „verbindet die Kulturen und macht Spass” ausgetragen. Das 14-köpfige OK änderte einiges im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben: Zum ersten Mal waren nicht mehr Jugendliche der 7.- 9. Klasse allein unterwegs, sondern 5. Bis 7. Klässler. Ausserdem wurden bewusst auch Kinder aus ländlichen Gegenden eingeladen, die im Alltag weniger in Kontakt mit Migranten und Migrantinnen kommen als Stadt Berner Kinder. Um die Sicherheit zu gewährleisten wurden alle Vierergruppen von freiwilligen Helfern begleitet. Schliesslich kamen alle Kinder und Jugendlichen am Nachmittag wohlbehalten und voller Eindrücke zurück in die Aula des PROGRs.

Diese Neuerungen ergaben ausser den spannenden Begegnungen mit Migranten und Migrantinnen auch viele Diskussionen zwischen den Kindern aus der Stadt und vom Land. Seine Erlebnisse beschreibt ein Junge aus Lütterkofen folgendermassen: “Ich habe heute nicht nur zum ersten Mal indische Gewürze probiert und mit Berner Kindern darüber geredet, was ein Ausländer ist, sondern bin auch zum ersten Mal im Leben Tram gefahren.” Die Begeisterung und die Müdigkeit waren ihm am Ende dieses ereignisreichen Tages ins Gesicht geschrieben.

Ethnopoly ist für die Kinder, wäre aber ohne die ca. 50 Posten, die über 70 freiwilligen Helfer und Helferinnen am Spieltag selber, die Sponsoren sowie das freiwillige OK nicht möglich. Deshalb einen risen Dank allen Beteiligten!

 

Angelika Koprio (OK Ethnopoly), Mai 2016

Hier ein paar Eindrücke vom Spieltag:

Dringend gesucht: Helfer_Innen für Ethnopoly 2016

Sport – The Bridge organisiert Ethnopoly dieses Jahr bereits zum vierten Mal und sucht für den Spieltag am Freitag, 29. April 2016, noch dringend ein paar HelferInnen zur Unterstützung des Organisationskomitees.

Ethnopoly ist ein interkulturelles Begegnungsspiel für SchülerInnen und MigrantInnen, bei dem die emotionale Erfahrung im Mittelpunkt steht. Diese positiven Emotionen helfen Berührungsängste abzubauen, Vorurteile zu überdenken und senken die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme mit Menschen aus anderen Lebenswelten.

 

Der Ethnopoly Spieltag findet am Freitag, 29. April 2016 in Bern statt!

 

Rund 200 Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse besuchen in klassendurchmischten Vierergruppen Menschen zu Hause oder an deren Arbeitsplätzen. Diverse “Posten” werden von Institutionen zur Verfügung gestellt, die im Migrationsbereich tätig sind.

Zur Unterstützung am Spieltag selber aber auch für kleine Vorbereitungsarbeiten in den Tagen vor dem Spieltag suchen wir zahlreiche weitere Helfer und Helferinnen, u,a. als Begleitpersonen für die Schülergruppen.

Für folgende Arbeiten benötigen wir zusätzliche Unterstützung:

  • Begleitpersonen für die Spielergruppen (jeweils 4 Kinder)
  • Betreuung der Quartierposten – Schülerinnen und Schülern kleine Aufträge erteilen, Kontrolle der Aufgaben etc.
  • Öffentlichkeitsarbeit – Passanten und Passantinnen das Projekt erklären, Flyer verteilen, Leute ansprechen etc.
  • Start und Ziel – Material verteilen, Gruppen betreuen/informieren, Anwesenheits-Kontrolle, etc.
  • Aufbau und/oder Abbau – Zelte und Tische auf/abbauen etc.
  • Foto-Team – mit eigener Kamera gute und aussagekräftige Bilder der Posten, Kinder etc. machen

Falls du Teil dieses aussergewöhnlichen Projekts sein möchtest, freuen wir uns über deine Anmeldung unter folgendem Link: http://goo.gl/forms/HfqxWuEGbN

Mehr Infos zu Ethnopoly unter: http://www.ethnopoly.ch/index.php?id=547

 

Wir freuen uns auf dich!

Ethnopoly’16 Team

 

« Fotbal pro rozvoj » – New visions for youth work in Czech Republic

Swiss Sport – The Bridge members Samuel Bieri and Thierry Graf currently participate in a 3-day workshop on football for development in the Czech Republic. Organized by INEX-SDA, the workshop is part of a partnership programme set up between both organisations and funded by the Swiss-Czech Cooperation Programme. [25. February, Thierry Graf, Chotěboř, CZ]

The Czech association for voluntary activities INEX-SDA leads an annual one-month summer campaign together with Kenyan NGO Mathare Youth Sports Association (MYSA), where they organize football tournaments and other football for development activities in different regions of the Czech Republic. Starting in 2017 these activities should be expanded on several months during the year. Thus, a new concept has to be found.

In order to develop new concepts and concrete measures leading to the expansion of football for development activities, INEX-SDA initiated the partnership with Sport – The Bridge. It consists of three workshops happening between November 2015 and June 2016. Sport – The Bridge’s role is to transfer specific know-how on how to use football for tackling social issues (KRAFT model) as well as giving inputs on the implementation of the new expanded program (Laureus Street Soccer by infoklick.ch).

Workshop participants include project responsibles and volunteers from INEX-SDA, social workers from different regions of the Czech Republic as well as experts from both countries. In short, three main goals are on the agenda. First, provide social workers with a sport-pedagogical tool for their needs in the daily work with clients. Second, plan and implement a nation-wide street football league for youth at risk. Third, strengthen the cooperation between beneficiaries, young leaders, the Czech « low-threshold clubs » (similar to youth centres), INEX-SDA as well as international partners.

Štěpán Kyncl, project coordinator at INEX-SDA for «Fotbal pro rozvoj» (Football for Development) says: «I think the process is going well. Having the Swiss experts here is something new and unique for us and our partners. I feel that there is a lot of contribution and plenty of inspiration, as they have a lot of know-how and experience. They are also helpful in mirroring our thoughts assisting us to gain a critical view on our ambitions. The main principle of this partnership is to further develop football for development activities. From this point of view, I am happy that also our Swiss partner takes some inspiration back home. This all constitutes the big added value of this partnership. »

Interesting enough, the 2012 Eurocamp in Poland organized by streetfootballworld laid the ground for this Czech-Swiss partnership as volunteers from both organisations were involved there. Three years later, this friendship lead to launch a fruitful partnership. Moreover, it turned out that both organizations were indirectly linked through their ties with East African Sport and Development programmes. Sport – The Bridge runs a long-term programme for street children in Addis Ababa, Ethiopia, and INEX-SDA has a strong partnership with MYSA, one of the biggest sport association worldwide working with youths. As both African organisations work together in the East African streetfootballworld network, it became time for their European counterparts to strive for a direct partnership.

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STB-Stamm

Auch im neuen Jahr treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stamm, um zu plaudern, zu lachen und Neuigkeiten von Sport – The Bridge auszutauschen.

Der Stamm ist jeden zweiten Monat am ersten Mittwoch des Monats, konkret an folgenden Daten:

3.2./6.4./1.6./3.8./5.10. und 7.12.

Wir treffen uns jeweils ab 19.00 Uhr im Lehrerzimmer in Bern: www.lehrerzimmer.be

Alle sind herzlich willkommen!

STB Neujahrsessen, 7. Januar 2016

Liebe Mitglieder und Interessierte von Sport – The Bridge

Diesen Donnerstag findet, wie jedes Jahr zur äthiopisch-orthodoxen Weihnachten am 7. Januar, das Weihnachtsessen von Sport – The Bridge im Restaurant Injera statt. Wer Zeit und Lust hat, spontan mit dabei zu sein, kann sich bis kommenden Mittwoch, 6. Januar 2016, bei info@sportthebridge.ch anmelden.

Wir treffen uns ab 18.30 Uhr im Restaurant Injera, an der Gesellschaftsstrasse 38, in Bern.

Wir freuen uns über alle, die spontan Zeit finden, mit uns in den Genuss von äthiopischen Köstlichkeiten zu kommen!

 

Herzliche Neujahrsgrüsse

Vorstand Sport – The Bridge

 

Weihnachtliche Bastelarbeiten aus dem Malatelier in Addis Abeba

Tigist, die Kunsttherapeutin von STB in Äthiopien, hat mit den Strassenkindern in unserem 1. Jahresprogramm einmalige Unikate erstellt. Dekorieren Sie Ihre Wohnung, Ihren Weihnachtsbaum oder Ihre Geschenke damit!

Zögern Sie nicht und richten Sie Ihre Bestellung unter Angabe des gewünschten Artikels, Anzahl und Lieferadresse an: shop@sportthebridge.ch

 

Weihnachtsdekoration

 

Grosse Weihnachtskugeln / bunt, diverse Einzelstücke / 4 Stk. = Fr. 20.00

Grosse Weihnachtskugeln / bunt, diverse Einzelstücke / 4 Stk. = Fr. 20.00

Kleine Weihnachtskugeln / uni, bunt, teilweise mit Glas / 7 Stk.  = Fr. 25.00

Kleine Weihnachtskugeln / uni, bunt, teilweise mit Glas / 7 Stk. = Fr. 25.00

 

 

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Weihnachtskarten

Melaku, Yohannes und weitere Kinder haben zudem schöne Weihnachtskarten gemalt. Auf  www.petiteposte.com können Sie diese direkt online und per Post verschicken oder zum Selberschreiben nach Hause bestellen.

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Geschenkurkunden

Erfreuen Sie jemanden mit einer solidarischen Geste: Unterstützen Sie ein Strassenkind ganz konkret mit einer Spende in deren Namen. Als symbolisches Geschenk überreichen Sie der beschenkten Person eine Geschenkurkunde mit deren Namen drauf.

 

Gesundheit 1 Jahr lang Zugang zu persönlicher Hygiene und medizinischer Versorgung (Fr. 50.-)
Bildung 1 Jahr lang täglich Unterricht in Schreiben und Lesen (Fr. 80.-)
Sport 1 Jahr lang täglich sportpädagogisches Training zum Wiedererlenen von sozialen Werten und Normen (Fr. 120.-)
Familie 1 Jahr lang Begleitung und Coaching der Familie eines Strassenkindes (Fr. 200.-)
Ernährung 1 Jahr lang täglich zwei Mahlzeiten (Fr. 300.-)

 

Bestelladresse: shop@sportthebridge.ch

Bitte Namen der beschenkten Person angeben!

 

Die sozialen Werte des Sports

 Saskia von Greyerz, August 2015

Seit mehr als zehn Jahren baut das Resozialisierungsprogramm für Strassenkinder in Äthiopien auf der sport-pädagogischen Methodik des KRAFT-Modells auf. Zeit, sich wieder einmal die Methode und deren Entwicklung etwas genauer anzuschauen.

Das KRAFT-Modell wurde vom Vereinsgründer Stephan Zihler entwickelt und steht in seinen einzelnen Buchstaben für „Körper, Regeln, Akzeptanz, Fairness und Team“. Das Ziel der Methodik ist es, Kindern gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensformen (wieder) zu erlernen, die sie im rauen Alltag auf der Strasse abgelegt oder verlernt haben. Um eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe anbieten zu können, wird im Rahmen dieser Module ein realitätsnaher Bezug zum Alltag, die Flexibilität zur gesellschaftlichen Anpassung und die Möglichkeit zur Aktivierung des Klientel verlangt.

In den sportpädagogischen Lektionen innerhalb des Programms von STB in Äthiopien werden die Strassenkinder während einem Jahr fast täglich im Rahmen des KRAFT-Modells unterrichtet. Das Modell bietet in seinen fünf Bereichen eigens erarbeitete Spiel- und Trainingsformen an, welche in einem spielerischen Rahmen soziale Werte vermitteln. Diese ermöglichen es den Sportlehrerinnen und Sportlehrer, im Anschluss an jede Lektion, mit den Kindern und Jugendlichen den Transfer zum Alltag, zu den gesellschaftlichen Bedingungen und zu ihren individuellen Situationen zu schaffen.

Gruppengespräch nach einer KRAFT-Lektion

Gruppengespräch nach einer KRAFT-Übung

Diese Transfergespräche sind der zentrale Aspekt dieser Methode, weil durch sie eine Reflexion und somit eine Vertiefung des Erlebten stattfindet und die Entwicklung der persönlichen, inneren Haltung jedes Einzelnen unterstützt werden kann.

Während den letzten Jahren wurde das Modell laufend angepasst und wird innerhalb des Re-sozialisierungsprozesses von STB aktuell von vier Sportlehrerinnen und Sportlehrern angewendet.Tamiru, ein Sportlehrer von STB Äthiopien, stellt dabei fest: „Das KRAFT-Modell ist nicht mehr das, was es vor zehn Jahren einmal war. Die Struktur blieb erhalten, der Inhalt wird jedoch stetig und auf vielfältige Weise den verändernden Bedingungen angepasst und bedarfsorientiert weiterentwickelt.“

KRAFT-Lektion auf dem Trainingsgelände in Addis Abeba (Äthiopien)

KRAFT-Lektion auf dem Trainingsgelände in Addis Abeba (Äthiopien)

Als exemplarisches Beispiel erzählt er von einer aktuellen Adaption des Modells: Bereits Ende 2014 häuften sich Fälle, in denen Strassenkinder aus Addis Abeba einen neuen und sehr schädlichen Schuhleim schnüffelten. Dieser Leim ist in seiner Wirkung gefährlicher als die bisherigen Leime, weil er es ermöglicht, Emotionen stärker zu betäuben – bis hin zur Besinnungslosigkeit. Tamiru stellte mit grosser Sorge fest, dass durch die Konsumation des Schuhleimes die Zusammenarbeit mit den Kindern noch mehr erschwert wird und entschied sich deshalb im Januar 2015 das Modul „Körper“ zu erweitern und um eine Woche zu verlängern, um die Problematik zu vertiefen. Dabei setzte er in pädagogisch inszenierten Sportlektionen den Fokus auf den eigenen Körper, auf den Nutzen und die Gefahren von körperschädlichen Substanzen und führte zudem wichtige Transfergespräche, welche das Erlebte fassbarer machten und darauf hinzielten, Kraft aus sich selber zu schöpfen.

Tamiru (links) erklärt seinen Schülern eine KRAFT-Übung, Januar 2015

Tamiru (links) erklärt seinen Schülern eine KRAFT-Übung

Welche Bedeutung das KRAFT-Modell für die tägliche Arbeit im Projekt hat, erklärt Tamiru folgendermassen: „Das Modell, wie es uns Stephan Zihler gelehrt hat, soll im Kern der Arbeit flexibel bleiben, um so den Umständen gemäss reagieren zu können. Das Modell erlaubt es uns, die Arbeit den aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen entsprechend zu adaptieren und weiter zu entwickeln. Nur so kann eine nachhaltige Resozialisierung angestrebt werden, die stets im Wohle der Kinder agiert.“

Weitere Eindrücke von KRAFT-Lektionen im Programm von STB Äthiopien:

(Bilder von Lisa Meyer und Aurelia Golowin, Januar 2015)